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1 (1867)
Entstehung
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117
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Iphigenie auf Tauris" eröffnet ward. Der Zögling Goethes, PiusAlexander Wolff, und Dessen gleichfalls in Weimar gebildete trefflicheGattin stellten die Hauptrollen dar. Beide waren schon im Zahre 1816durch den Grafen Brühl dauernd der Berliner Hofbühne gewonnenworden. Neben Wolff glänzte vor Allen Ludwig Devrient, der 1815 alsFranz Moor zum ersten Male vor dem Residenz-Publikum auftrat, unddasselbe durch seiue geniale Charakteristik wie durch seinen angeborenenecht poetischen Humor fast in jeder von ihm gespielten Rolle zu stürmischerBewunderung hinriss. Auch Heine folgte den Kunstleistungen Beider mitgroßem Interesse, und war oftmals in Zweifel, ob er dein keck originellenund dennoch niemals das künstlerische Maß überschreitenden Spiele De-vrient's, oder der idealen, rein objektiven Auffassung Wolff's die Palmeder höchsten Vollendung zusprechen solle. Dennobgleich, von den ver-schiedensten Richtungen ausgehend, Jener die Natur, Dieser die Kunst alsdas Höchste erstrebte, begegneten sie sich doch Beide in der Poesie, unddurch ganz entgegengesetzte Mittel erschütterten und entzückten sie die Herzender Zuschauer." Devrient und Auguste Stich, die sich schon damalsjene antike Schönheit der Stellungen und jene wohllautende Behandlungder Sprache zu eigen gemacht hatte, welche sie als Madame Crclinger bisins späteste Alter bewahrte, riefen die wahrhaft klassischen DarstellungenShakspeare'scher Rollen hervor, welche der deutschen Schauspielkunst zuso hoher Ehre gereichten; Pins Alexander und Amalie Wolff aber machtendie spanischen Dichter heimisch auf unserer Bühne. Neben Shakspeareund Calderon, Terenz und Moreto, pflegte indessen Graf Brühl fastnoch eifriger das deutsche Drama, und nicht allein die Meisterwerke vonLessing, Schiller und Goethe wurden in würdigster Ausstattung und miteiner an Pedanterie streifenden Korrektheit des Kostüms 6°) vorgeführt,sondern auch die dichterischen Versuche der jüngeren Schriftsteller fandenliebevolle Berücksichtigung. Wenn dabei hin und wieder Missgriffe vor-kamen, wenn z. B. Raupach's und Gehe's effekthaschcnde Tragödien oderHouwald's Rührstücke unbedenklich über die wcltbedeutenden Bretter schritten,während Kleist'sPrinz von Homburg" und Grillparzer'sArgonauten"bei Seite gelegt wurden, so war doch der gute Wille des ausgezeichnetenMannes, der an der Spitze der königlichen Kunstanstalten stand, keinenAugenblick zu verkennen, und als Derselbe 1822 durch einen Bruch desSchlüsselbeins ernstlich erkrankte, sprach nicht bloß Heine 6') die Besorgnis