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1 (1867)
Entstehung
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kämpfen, Assisen, Parlamentsdebatten u. s. w., dann nehme ich wieder be-trübten Herzens ein deutsches Blatt zur Hand, und suche darin die Mo-mente eines Volkslebens, und finde Nichts als literarische Fraubasereienund Theatergeklätsche. Und doch ist es nicht anders zu erwarten. Ist ineinem Volke alles öffentliche Leben unterdrückt, so sucht es dennoch Ge-genstände für gemeinsame Besprechung, und dazu dienen ihm in Deutsch-land seine Schriftsteller und Komödianten. Statt Pferderennen haben wirein Bücherrennen nach der Leipziger Messe. Statt Boxen haben wir My-stiker und Rationalisten, die sich in ihren Pamphlets herumbalgen, bisdie Einen zur Vernunft kommen, und den Andern Hören und Sehen ver-geht und der Glaube bei ihnen Eingang findet. Statt Hahnenkämpfehaben wir Journale, worin arme Teufel, die man dafür füttert, sich ein-ander den guten Namen zerreißen, während die Philister freudig ausrufen:Sieh, Das ist ein Haupthahn! Dem dort schwillt der Kamm! Der hateinen scharfen Schnäbel! Das junge Hähnchen muss seine Federn erst aus-schreiben, man muss es anspornen n. s. w. In solcher Art haben »vir auchunsere öffentlichen Assisen, und Das sind die löschpapiernen sächsischen Li-teraturzeitungen, worin jeder Dummkopf von seines Gleichen gerichtet wird,nach den Grundsätzen eines literarischen Kriminälrechts, das der Ab-schrecknngstheorie huldigt, und als ein Verbrechen jedes Buch bestraft.Zeigt der Verfasser etwas Geist, so ist das Verbrechen qualificiert. Kanner aber sein Geistesalibi beweisen, so wird die Strafe gemildert. Wirhaben gewissermaßen auch unsere Parlamentsdebatten, und damit meineich unsere Theaterkritiken; wie denn unser Schauspiel selbst gar füglichdas Haus der Gemeinen genannt werden kann, von wegen der vielenGemeinheiten, die darin blühen, von wegen des plattgetretenen französischenllnflathS, den unser Publikum, selbst wenn man ihm am selben Abend einRaupach'sches Lustspiel gegeben hat, gar ruhig verzehrt, gleich einer Fliege,die, wenn sie von einem Honigtopfe weggetrieben wird, sich gleich mit dembesten Appetit auf einen Quark setzt und ihre Mahlzeit damit beschließt.Unser Oberhans, die Tragödie, zeigt sich in höherem Glänze. Ich meinehinsichtlich der Koulissen, Dekorationen und Garderoben. Aber auch hiergiebt es ein Ziel. Im Theater der Römer haben Elephanten auf demSeile getanzt und große Sprünge gemacht; weiter aber könnt' es der Menschnicht bringen, und das römische Reich ging unter, und bei dieser Gelegen-heit auch das römische Theater." Mit gerechtem Nachdruck betont Heine