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regel zu erwirken, die wegen einer missliebigen Publikation über ihn ver-hängt war. Angeberei und Spionage florierten — während E. T. A.Hoffmann auf dem Sterbebette lag, wurde fein noch nicht ausgegebener,harmlofer Roman „Meister Floh" auf Requisition des Preußischen Ge-sandten in Frankfurt bei dem dortigen Verleger Willmans mit Beschlagbelegt, und der kranke Verfasser hatte die peinlichsten Verhöre zu bestehn,weil irgend ein gespenstersehender Narr in der Figur des Studenten GeorgPepusch und in seinem Liebesverhältnisse zu der schönen Dörtje Elverdink,die den ängstlich martialischen Titelhelden verfolgt, hochverräterische An-spielungen auf die Kommission witterte, welche mit Untersuchung der de-magogischen Umtriebe beauftragt war.
Was konnte natürlicher sein, als dass unter so lastendem Druckedie Politik fast gar keine Stelle in den Tagesblättern einnahm, derenSpalten sich mit dem seichtesten Literatur- und Theatergeschwätz füllten?Man erhält ein Bild dieser politisch unfreien Zeit und der geistigen Ver-sumpftheit in den tonangebenden Schichten der Gesellschaft, wenn maneinen Fahrgang der Dresdener „Abendzeitung" Anfang der
zwanziger Fahre durchblättert, und sich erinnert, dass dies Zournal unddie lüstern sentimentalen Romane Clanren's damals den Geschmack desPublikums beherrschten. Das Volk hatte ja keinen Theil am öffentlichenLeben, sein Geschick wurde immer noch ohne sein Zuthun auf Kongressenund Konferenzen der Fürsten verhandelt, die sich kein Gewissen darausmachten, ihre Unterthanen ungefragt zu verkaufen und zu vertauschen, odersich gegenseitig die Hand dazu boten, jede freie Regung durch die Polizei-gewalt des deutschen Bundes zu unterdrücken. „Dieser Seelenschacher imHerzen des Vaterlandes und dessen blutende Zerrissenheit", sagt Heine beiVergleichung dieser Zustände mit denen der Nachbarvölker^), ^lässt keinenstolzen Sinn, und noch viel weniger ein stolzes Wort aufkommen, unsereschönsten Thaten werden lächerlich durch den dummen Erfolg, und währendwir uns umnuthig einhüllen in den Purpurmantel des deutschen Helden-blutes, kömmt ein politischer Schalk und setzt uns die Schellenkappe aufsHaupt. Eben die Literaturen unserer Nachbarn jenseits des Rheins unddes Kanals mnss man mit unserer Bagatell - Literatur vergleichen, umdas Leere und Bedeutungslose unseres Bagatell-Lebens zu begreifen. Ost,wenn ich die Morgen-Chronicle lese, und in jeder Zeile das englische Volkmit seiner Nationalität erblicke, mit seinem Pferderennen, Boxen, Hahnen-
Strodtmann, H. Heine. I. 8