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Subjektivismus, das? sie der Inbegriff aller höheren Gefühle, oder »acheiner anderen Formel die in jedem Menschen schlummernde Poesie sei. Soertheilt sich der romantische Idealismus in anmaßender Übcrhebnng selbstdie pricsterlichc Weihe, und wie er von Anfang an Phantasie und Poesiemit einander verwechselte, so identificiert er jetzt Poesie und Religion.Dieser Standpunkt berührt sich vielfach mit der Schelling'schen Naturphi-losophie, welche den Entwicklungsprocess der Romantik, alle Stadien mitihr durchlaufend, von Anfang bis Ende begleitete.
Das Streben jener Männer, auf die Wiederherstellung einer leben-digen Religion hinzuwirken, führte jedoch im Laufe der ferneren Ent-wicklung einerseits auf längst überwundene Standpunkte zurück, anderer-seits über sich selbst hinaus zu einem weitereu Fortschritt. Sollten dasLeben und die Kunst wieder von Religion durchdrungen werden, so lag esnahe, den Blick in eine Zeit zu wenden, wo solche Durchdringung schoneinmal in höchster Potenz erlebt worden war. Bei manchen der Roman-tiker mochte es, wie bei A. W. von Schlegel, der sich niemals ganz dergesunden Vernunft entschlng, im Grunde nur eine prsckilootion ck'nrtiste,eine künstlerische Vorliebe sein, was sie mehr und mehr zn der glaubens-seligen Poesie des katholischen Mittelalters hinlenkte. Es liegt aber ansder Hand, dass letztere sowohl ihren: Stoffe wie ihrer Behandlung nachganz besonders den Anforderungen der romantischen Schule entsprach. Diegeistlichen Dramen Calderon's, die Heldengedichte aus dem Kreise der Gral-nnd Artussage, die Legende vom Sängerkrieg auf der Wartburg, derRitter- m d Minnedienst der höfischen Sänger, boten der nahrnngsbednrf-tigen Phantasie wenigstens einen Reichthum farbenprangender Stoffe dar,die bei erneuter Bearbeitung gleichsam von selbst zn phantastischen Schil-derungen und zu tiefsinniger Symbolik herausforderten. Wurde Anfangszu vorwiegend ästhetischen Zwecken ein Fetzen des Katholicismns nach demandern abgerissen, ein Stück des Mittelalters nach dem andern als Schmuckder romantischen Dichtungen verwandt, so arbeiteten jene Kunstschwärmersich unversehens tiefer und tiefer in Katholicismns und Mittelalter hinein,und ihre Vorliebe für deren hierarchische und feudale Institutionen gewannbald eine mehr als bloß ästhetische Bedeutung. Das feierliche Geläut derKirchenglocken, der narkotische Weihrauchduft vor dem Hochaltare, dasLanzengeschwirr und der helle Schwerterklang bei Turnieren und ritter-lichen Kämpfen betäubten die Sinne ter Dichter, die uns all' diese Wnn-