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war unsrc gesammte Literatur zu sklavischer Nachahmung der srauzösischeuMuster herabgesunken, die Sprache Luther's blähte sich auf im bauschigenFaltenrock unnatürlicher Phrasen und schritt auf dem steifen Alcxandriner-kothurn ncnrömischer Hof- und Staatsaktionen einher, bis Lessing erschienund durch sein gewaltig exorcierendes Wort den gespenstischen Spuk ver-bannte. Er risS den Dienstmägden der französischen Hofklassiker die stau-bigen Perücken von den Köpfen, hob ihnen die Schädeldecken ab, und zeigtedem Publikum, dass Nichts als leeres Stroh darunter war. Von denZerrbildern antiker Kunstschöpfnngen wies er aus die unsterblichen Origi-nale hin, drang auf strenge Scheidung der Künste, deren verschiedene Gat-tungen barbarisch mit einander vermengt worden, und leitete die ewiggültigen Regeln für jede derselben aus den Meisterwerken hellenischer Vor-zeit ab. Zu lange jedoch war die deutsche Poesie in der Fremde umher-geirrt, als dass sie sofort auf deutschem Noden wieder hätte heimisch werdenkönnen. Und zudem, welchen ungünstigen Zuständen begegnete sie impolitischen Leben des Vaterlandes! Nach hundertjährigem Schlafe derOhnmacht und Ermattung standen in Deutschland Nord und Süd sich inden Eroberungskriegen Friedrich's II. abermals feindlich gegenüber, undder große König, welcher dem deutschen Namen zuerst wieder Achtung undEhrfurcht im Rath der europäischen Völker verschafft hatte, liebäugelteselbst mit dem fremdländischen Wesen, verächtlich herabblickend auf Sprache,Kunst und Wissenschaft des eigenen Landes, die sich eben kraftvoll aufeigene Füße zu stellen begannen. Denn der deutsche Genius war erwacht,und sehnte sich in kühnem Schöpfungsdrange nach gewaltigen Thatcn.Aber der schönen Seele fehlte der schöne Leib. Vergebens durchirrte siedie Räume der öden Wirklichkeit, die ihrem spähenden Auge keinen wür-digen Anblick bot, in den sie sich mit stolzer Befriedigung hätte versenkenkönnen, um das Geschante in künstlerisch veredelter Gestaltung zu spiegeln.Außer der heldenhaften Erscheinung Friedrich's des Großen und den redlichgemeinten, aber durch vorschnelle Überstürzung und Pfaffenlist vereiteltenHumanitätsbestrebnngen Joseph's II., hatte das achtzehnte JahrhundertNichts aufzuweisen, worin für das deutsche Geinüth und den patriotischenSinn die Verheißung einer besseren Zukunft lag. Eine thatlose Zeit undeine träge Nation ohne freies Staatsleben und ohne lebendige Geschichtewar für den Dichter kein Stoff, an dem sich seine Phantasie in begeistertemAufschwung emporzuranken vermochte. Um das Höchste erreichen, um die