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als der Ausgangspunkt des modernen Geisteslebens bezeichnet; gleicher-weise eröffnet sich mit ihr das Wiedcranfblühen der deutschen Literatur.Zuerst freilich entwindet sich die neugeborene Poesie nur langsam undmühevoll den Wehen der Zeit, und trägt lange noch die Nabelschnur ihrerschweren Geburt mit sich herum. Fast nur ans einem einzigen Gebiete,dem des Kirchenliedes, hören wir Anfangs frische, kräftige Töne erschallen;hier aber in um so erfreulicherer Weise. Unsere Dichtung war, nach ihrerersten großen Blüthezeit unter den Hohenstaufen, während der nachfol-genden Jahrhunderte in den Händen spießbürgerlicher Säugerzünfte all-mählich zu einer läppisch inhaltslosen Formenspielerei versandet — setztrauschte sie im Protestantischen Kirchenliede plötzlich wieder wie ein leben-diger Duell, und der neue Inhalt, der in glanbcnsfrommer Begeisterungdie Herzen durchglühte, fand wie von selber die schlichten Natnrlante derihm angemessenen poetischen Form. Leider trat in der so muthvoll begon-nenen Bewegung der Geister nur zu bald wieder ein Stillstand ein. Inverheerendem Bruderkriege mufften sich die Bekenner der neuen Lehre dasRecht der Glaubensfreiheit erkämpfen, und die protestantische Theologieverknöcherte, statt sich zur freien wissenschaftlichen Forschung zu erheben,binnen Kurzem zu einer scholastischen Dogmatil, welche den kaum aus denBanden des KatholiciSmus losgerungenen Geist abermals au die Satzun-gen des todten Buchstabens kettete. Die alte Glaubenseinheit war ver-nichtet, Zank und Hader und blutige Kriege hatten die Kluft zwischen demNorden und Süden Deutschlands immer tiefer aufgerissen, und als derFriede von Münster endlich dem wilden Morden ein Ziel setzte, schlichendie feindlichen Brüder todeswund und erschöpft nach Hanse, die Einenunter das zur Ruine gewordene klösterliche Dach der Mutterkirche, die An-dern in den unwirthlich kahlen, halbfertigen Neubau, der mehr einem unbe-kleideten Nothgerüste als einer schutzbieteuden Wohnung glich. Wie hättedie deutsche Poesie in so jämmerlicher Behausung sich frisch und fröhlichentfalten, wie hätte sie vom Abhub so ungesunder Pfaffenkost lebenskräftigsich nähren können? Sie verkümmerte mehr und mehr, sie floh endlichganz.ans der Heimat, wo sie in besseren Tagen an der Fürstentafel ge-sessen und mit dem Berghirteu oder dem Zägerburschen im Walde dasländliche Mahl getheilt hatte, und sie ging betteln in der Fremde, sich mitden Brosamen begnügend, die der Wälsche von seinem prahlerisch aufge-putzten Tische fallen ließ. Beim Beginne des achtzehnten Jahrhunderts