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1 (1867)
Entstehung
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Atheismus, der Gotteslengnnng, beschuldigte. Indessen, auch seine Gegnerhatten so Unrecht nicht, wenn ihnen seine Lehre als ein gefährlicher An-griff gegen die seither herrschende Religion erschien. Es mochte ihnen wohldie leise Ahnung aufdämmern, dass die Grundpfeiler'der christlichen Kircheerschüttert wurden, sobald man aufhöre, die Glaubens- und Sittenlehreals ein unmittelbar von Gott selbst geoffenbartes ewiges und unabänder-liches Gesetz zu betrachten. Welchen Werth, durften sie fragen, hat fortander Glaube an die Existenz eines persönlichen Gottes, wenn nicht ausihm, sondern aus dem eigensten Wesen der Vernunft das mit der fort-schreitenden Entwicklung jedes Fahrhunderts sich ändernde Moralgesetz ab-geleitet wird? In der That war von jetzt an eine Vermittlung und Ver-söhnung der entgegenstehenden Ansichten über die höchsten Dinge des Lebensnicht mehr denkbar, und man begann zu ahnen, dass die alte und dieneue Weltanschauung sich naturgemäß befehden müssen, bis die eine vonbeiden den vollkommenen Sieg über die andre erringt. Immer schärfer,aber zugleich immer klarer, trat in der ersten Hälfte unsres Fährhundertsder Gegensatz zwischen Religion und Philosophie hervor. Schritt fürSchritt hat letztere während dieser Zeit an Terrain gewonnen, und wederdurch Verfolgungseifer, noch durch halbe Koncessionen vermochten Staatund Kirche das stets weitere Umsichgreifen der neuen Weltanschauung zuhemmen.

Die nächste Stufe in diesem Entwicklungsprocesse des menschlichenGeistes war die von Schölling begründete und später von Hegel erweiterteJdentitätsphilosophie. Der außerweltliche, aus seinemHimmel" vertriebeneGott flüchtete sich als eine Art Pantheistischer Weltscele in das All undbehauptete dort unter der Firmadas Absolute" eine mysteriöse Existenz.Während Schölling dies Absolute noch in derAnschauung" oder demGefühl" erkennen wollte, schrumpfte es bei Hegel schon in denBegriff"zusammen, um sich bei seinen Nachfolgern vollends in dasNaturgesetz"aufzulösen. Und damit sind wir in nnsrer Überschau der einzelnen Stadiendieses Processes bei dem heutigen Standpunkte der Philosophie angelangt,den am kühnsten und ehrlichsten Ludwig Fenerbach vertritt, und den wirfüglich xar' mit dem Namen des Humanismus bezeichnen dürfen,

weil ihm der Mensch (tmmo), mit Einschlnss der Natur als der Basisdes Menschen, der alleinige, höchste Gegenstand philosophischer Betrachtungist. Zllle Religion erweist sich auf diesem Standpunkte als ein Produkt