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1 (1867)
Entstehung
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allmählich in immer schärferen Gegensatz zu den Traditionen der Ver-gangenheit 'trat.

Die Auflösung des Gottesbegriffs in den Begriff dermoralischenWeltordnnng" wurde zunächst von Fichte noch energischer, als von Kant,proklamiert, nnd die Untersuchungüber den Grund unseres Glaubens aneine göttliche Weltregierung" öffnete dem Zweifel an derselben Thür undThor. Immer weiter dehnte die menschliche Vernunft ihr Recht der freienForschung aus, das sich in unaufhaltsamer Progression bald auf alle Ge-biete des Denkens und Lebens erstreckte. Die Zersetzung der alten sittlichen,religiösen nnd politischen Ideale ging Schritt für Schritt ihren nothwen-digen Gang, nnd wie manche einst für wahr gehaltene, scheinbar tröstlicheVorstellung auch durch die bessere Erkenntnis dem menschlichen Herzen ge-raubt ward: dasselbe fand sich zuletzt nicht ärmer, sondern reicher durchden hellen Sonnenglanz der Wahrheit, welcher das Traumdunkel des Jrr-thums verscheuchte. Allerdings und Das ist eine wichtige Thatsache,die schon hier nachdrücklich betont werden mag wurde die Kluft zwi-schen der alten und neuen Weltanschauung durch diesen Entfaltungsprocessdes menschlichen Geistes immer weiter aufgerissen. Hatte sich die christ-liche Menschheit seit der Reformation im Wesentlichen schon in zwei großeHeerlager getheilt, denen beiden sedoch immer noch die Bibel als gemein-same Basis des Glaubens und als gemeinsame Quelle der ethischen Vor-schriften galt, so bildeten sich nun allmählich immer zahlreichere Kreise,die auf einem ganz neuen, einem ganz anderen Boden standen, als jenenur durch einzelne kirchliche Dogmen unterschiedenen Bekenner des Chri-stenthnmS. Nicht, als hätte die moderne Philosophie sofort mit einer Ne-gierung des Persönlichen oder auch nur des christlichen Gottes begonnen.Nein, sie nahm, wie gesagt, Anfangs nur das Recht in Anspruch, dieGründe des Glanbens an einen solchen Gott zu untersuchen, zu prüfen.Langsam nnd stufenweis fortschreitend, widerlegte sie zuerst die Richtigkeitder in früherer Zeit ausgeklügelten Beweise für seine Existenz, aber sietastete noch weder die Möglichkeit einer Offenbarung an, noch leugnete sieetwa das Dasein Gottes, weil sie dasselbe nicht zu beweisen vermochte.Die Philosophie begnügte sich im Gegentheil vorläufig damit, das Sitten-gesetz ans dem erkannten nnd weiter zu erkennenden Wesen der Vernunftabzuleiten, und Fichte war mit Recht erstaunt, als man ihn, der nur aufdem bezeichneten Pfade ernst nnd ruhig fortgewandelt war, plötzlich des