Druckschrift 
1 (1867)
Entstehung
Seite
62
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imKunst- und Wissenschaftsblatt" desRheinisch-westfälischen An-zeigers" auf einen von W. v. Blomberg verfassten satirischen Angriff widerNomantik und romantische Form entgegnete. Die poetischen Verdienste seinesLehrers und Berathers werden hier von dem dankbaren Schüler sogar weitüberschätzt und in ein ganz falsches Licht gerückt, wenn Heine, nach einstmalsbeliebter Weise auch Goethen in den Kreis der romantischen Schule hinein-ziehend, Diesen und A. W. v. Schlegel,unsre zwei größten Romantiker, zugleicher Zeit auch unsre größten Plastiker" nennt, undin den romantischenDichtungen Schlegel's dieselben sicher und bestimmt gezeichneten Kontouren,wie in Dessen wahrhaft plastischer Elegie auf Rom" erblickt. Im Übrigenist die kleine Abhandlung aus mehr als Einem Grunde beachtenswert!), unddurfte schon als die erste Arbeit in Prosaform, welche von Heine bekannt ge-worden ist, nicht übergangen werden. Auffallend ist zunächst der ernste, ruhigwürdevolle, nur die Sache im Auge behaltende Ton in einer, doch zumMindesten ihrer Veranlassung nach, polemischen Erwiderung. Zede scherzhafteoder spöttelnde Wendung, jeder geharnischte Ausfall ist sorglich vermieden es ist eine Darlegung ästhetischer Grundsätze in objektivster Form.Der Verfasser nimmt die Romantik, speciell sogar die christlichgermanischeRomantik, in Schutz, aber er fordert vor Allem, statt mystisch unklarerSymbolik, eine Plastisch greifbare, sinnlich lebendige Gestaltung der roman-tischen Stoffe; dennnie und nimmermehr ist Dasjenige die wahre Ro-mantik, was so Viele dafür ausgeben, nämlich ein Gemengsel von spani-schem Schmelz, schottischen Nebeln und itäliänischem Geklinge, verworreneund verschwimmende Bilder, die gleichsam aus einer Zauberlaterne aus-gegossen werden und durch buntes Farbenspiel und frappante Beleuchtungseltsam das Gemüth erregen und ergötzen. Wahrlich, die Bilder, wodurchjene romantischen Gefühle erregt werden sollen, dürfen eben so klar und 'mit eben so bestimmten Umrissen gezeichnet sein, als die Bilder der pla-stischen Poesie. Diese romantischen Bilder sollen an und für sich schonergötzlich sein; sie sind die kostbaren goldenen Schlüssel, womit, wie alteMärchen sagen, die hübschen verzauberten Feengärten aufgeschlossen werden".Mit edelster Wärme kämpft der junge Poet für das deutsche Wort undseine fernere Ausbildung zu dichterischen Zwecken; denndieses Wort istja eben unser heiligstes Gut, ein Grenzstein Deutschlands, den kein schlauerNachbar verrücken kann, ein Freiheitswecker, dem kein fremder Gewaltigerdie Zunge lähmen kann, eine Oriflamme in dem Kampfe für das Vater-