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sollte, wie für Den, der ihn in aufrichtiger Liebe und Verehrung wand.Die Eingangsworte lauten:
Der schlimmste Wurm: des Zweifels Dolchgedanken,Das schlimmste Gift: an eigner Kraft verzagen,
Das wollt' mir fast des Lebens Mark zernagen;
Ich war ein Reis, dem seine Stützen sanken.
Da mochtest du das arme Reis beklagen,
An deinem güt'gen Wort lässt du es ranken,
Und dir, mein hoher Meister, soll ich's danken,
Wird einst das schwache Reislein Blüthen tragen.
Wenn auch dieser Dank später in daS schnöde Gegentheil umschlug,und Heine — um uns seines eigenen Ausdrucks zu bedienen — den Schul-meister prügelte, nachdem er der Schule entlaufen war, stand er doch inder ersten Periode seines dichterischen Schaffens noch ganz unter den Ein-flüssen der Romantik, er huldigte ihr als seiner Göttin, und zögerte nicht,durch den Abdruck der erwähnten Sonette auch dem Meister, der ihn indas Reich der Göttin eingeführt, seine offene Huldigung darzubringen undmit kräftigem Wort für ihn einzutreten, als die Bemühungen Schlegel'sum die indische Literatur im Frühjahr 1821 einen scharfen Angriff ineiner Berliner Zeitschrift erfuhren. In den Begleitworten der Sonette s«)heißt es: „Sie entstanden vorigen Sommer in Bonn, wo der Verfasserden Gefeierten in seiner vollen Kraft, Herrlichkeit und Rüstigkeit sah.Der Geist Desselben hat wahrlich nicht gealtert. Der hat keine Ruhe,behaglich auf dem Welt-Elephanten zu sitzen! — Ob der Verfasser jenerbitteren Ausfälle mit Recht oder mit Unrecht wider die politische Tendenzder jetzigen Bestrebungen Schlegels eifere, mag hier unentschieden bleiben.Doch hätte er nie die Achtung außer Augen setzen dürfen, die dem litera-' rischen Reformator durchaus nicht versagt werden kann. Was das Sanskrit-Studium selbst betrifft, so wird über den Nutzen desselben die Zeit ent-scheiden. Portugiesen, Holländer und Engländer haben lange Zeit jahraus,jahrein auf ihren großen Schiffen die Schätze Indiens nach Hause geschleppt;wir Deutsche hatten immer das Zusehen. Aber die geistigen Schätze In-diens sollen uns nicht entgehen. Schlegel, Bopp, Humboldt, Frank u. s.w. sind unsere jetzigen Ostindienfahrer; Bonn und München werden guteFaktoreien sein".
Eine eben so warme Anerkennung der Verdienste Schlegel's enthältder fast verschollene Aufsatz, durch welchen Heine im Sommer 1820