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schlecht qualificiere. Auch Salomen Heine, der reiche Oheim, hatte sich inden letzten Fahren aus eigener Anschauung hinlänglich überzeugt, dass der„dumme Zunge", wie er seinen Neffen in gutmüthigem Scherz gern ti-tulierte, zum Merkursjünger verdorben sei, und erklärte sich endlich be-reit, ihm die Mittel zu einem dreijährigen Universitätsstudium zu gewähren.Von Harry's poetischen Talenten und Dessen schriftstellerischem Treiben hegteer freilich keine allzu hohe Meinung — „Hätte der dumme Zunge wasgelernt, so brauchte er keine Bücher zu schreiben", soll er noch in späterenFahren achselzuckend geantwortet haben, als ihm Jemand von seinem be-rühmten Neffen sprach ; — daher stellte ihm Salomon Heine die Bedingung,dass er mit Ernst und Eifer dem Studium der Rechtswissenschaft obliege,um nach beendigtem Universitätskursus im Stande zn sein, den Doktorgradzu erwerben und die Advokaten-Karriere in Hamburg einzuschlagen. Letzteresbedingte zwar den Übertritt Harry's zum Christenthum; aber so treu derOheim, trotz seiner vorurtheilslosen Gesinnung, für seine eigene Personam ererbten Glanbensverbande festhielt, so wenig' Hindernisse legte er seinenFamilienmitgliedern in den Weg, wenn sie sich taufen lassen wollten, undfast all' seine Töchter heiratheten in christliche Familien. —
Voller Freuden, dem quälenden Joche des Geschäftslebens endlichdauernd entronnen zu sein, begab sich Harry Heine im Sommer 1819 zu-nächst wieder nach Düsseldorf in das elterliche Haus, um sich dort währendeiniger Monate in stiller Zurückgezogenheit auf die Universitätsstndien vor-zubereiten. Unter Anderm nahm er, um sich im Lateinischen zu vervoll-kommnen, mit seinem Zugendgespielen Joseph Neunzig Unterricht in dieserSprache bei einem alten Privatlehrer aus der Schule der Jesuiten. Derfromme Herr hatte mit seinen israelitischen Zöglingen viel Noth auszu-stehen; denn Harry machte sich einen Spaß daraus, wo es sich irgend thunließ, travestierende Versionen der römischen Klassiker zu liefern, und dieWerke der Letzteren nicht in schulgerechtes Deutsch, sondern in hebraisie-renden Zudenjargon zu übersetzen.
Neben den trockenen Schülstudien regte jetzt auch die Poesie in dervom Alpdruck eines verfehlten Berufes befreiten Seele des Jünglingskühner und mächtiger ihre Schwingen. Das Bild der Geliebten und dieheimliche Hoffnung, vielleicht dereinst noch ihr Herz und ihre Hand zu er-ringen, umgaukelten ihn bei Tag und bei Nacht, die Träume wurden zuLiedern, und hübsche Lippen flüsterten bald von Haus zu Haus, dass der