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außerdem kokettierend mit dein Marienknltns und Minnedienst der Ro-mantik in Brentano'schem Geschmacke. Nm so bedeutender, wenn auchkeineswegs frei von den Einflüssen derselben romantischen Richtung, sinddie übrigen Lieder. Da treffen wir zuerst jenes herzbeklemmende Traum-bild von der schönen gespenstischen Maid, die dem Dichter inmitten dessonnigen Blumenlandes sein Todtenkleid wäscht, ihm auf der Waldlichtungden Sarg zimmert, und auf der weiten Heide sein Grab gräbt. Trägund langsam - so verkünden eS die folgenden Lieder - schleppen sichdie Stunden dahin, nnd spotten der ungeduldigen Sehnsucht des Liebenden,in dessen Herzen bei Tag und bei Nacht der Todtenwurm pickt und ihmwiederum den Todtensarg hämmert. Aber dämonischer noch, als diese fin-steren Klagen, starrt uns die Ballade vom Don Ramiro (oder, wie er indieser ältesten Fassung heißt, Don Rodrigo) entgegen, der als blutigerSchatten auf dem Hochzeitsfeste der treulosen Geliebten erscheint und denReihen mit ihr tanzt, während er sie mit den eiskalten Händen nmfasstund Leichcnduft auf ihre Wangen haucht.
Wahrlich, solche Lieder — Das fühlt jeder Leser heraus — ent-sprangen keiner glücklichen hoffnnngsfreudigen Liebe, sondern einer verzeh-renden Leidenschaft, die keine Erwiderung fand und in sich selber die Keimedes Todes barg. Aber das Herz ist ein trotzig eigensinniges Ding, zu-mal das Herz eines jungen Poeten, der, an die Galeere eines prosaischdürren Werkeltagsberufes gekettet, nm so sehnsüchtiger danach trachtenmnsste, sich in der Welt des Gemüthes nnd der Phantasie ein schöneresReich auszubauen. Die Liebe ging ihm aus wie den? verirrten Wandererein Licht in der Finsternis, nnd er folgte dein hellen Schimmer, unbeküm-mert, ob es ein Irrwisch sei, der ihn nur noch tiefer in nächtiges Dunkelverlocke, oder ob ein ewiger Stern ihm den Weg weise zu den hesperischenGefilden des Glücks. Nnd das Licht wurde strahlender nnd größer, wieer dein Scheine nachging; aber es war kein traulich stilles Herdfeuer, andessen Gluth er sich wärmen durfte, sondern die düsterrothc Fackel desGenius, welche die Abgründe des Seins durchleuchtet, nnd, vom unschein-barsten Punkte beginnend, im Spiegel des kleinen Ich strahlenförmig dasganze Weltall erhellt.
Nicht bloß dem jungen Dichter, auf dessen Haupt sich diese Flammeherabgesenkt, sondern auch seinen Hamburger Verwandten mnsste es all-mählich klar geworden sein, dass er sich für den kaufmännischen Erwerb