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1 (1867)
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der armen Meißen Geschöpfe, die darin herumschwammen und in entsetz-licher Todesangst schrieen, und ach! es waren dieselben Schwäne, die einstso weich und heiter meine Seele bewegten. Ach! die schönen weißenSchwäne, man hatte ihnen die Flügel gebrochen, damit sie im Herbst nichtauswandern konnten nach dem warmen Süden, und jetzt hielt der.Nordensie festgebannt in seinen dunkeln Eisgrnben und der Markör des Pa-villons meinte, sie befänden sich wohl darin und die Kälte sei ihnen gesund.Das ist aber nicht wahr, es ist Einem nicht wohl, wenn man ohmnächtigin einein kalten Pfuhl eingekerkert ist, fast eingefroren, und Einein die Flügelgebrochen sind, und man nicht fortfliegen kann nach dem' schönen Süden,wo die schönen Blumen, wo die goldenen Sonnenlichter, wo die blauenBergseen Ach! auch mir erging es einst nicht besser, und ich verstanddie Qual dieser armen Schwäne; und als eS gar immer dunkler wurde,und die Sterne oben hell hervortraten, dieselben Sterne, die einst inschönen Sommernächten so liebeheiß mit den Schwänen gebuhlt, jetzt aberso winterkalt, so frostig klar und fast verhöhnend auf sie herabblicktenwohl begriff ich jetzt, dass die Sterne keine liebende, mitfühlende Wesensind, sondern nur glänzende Täuschungen der Nacht, ewige Trugbilder ineinem erträumten Himmel, goldne Lügen im dunkelblauen Nichts".

Diese bitteren Worte geben ohne Zweifel ein treues Bild der hoff-nungslosen Stimmung, in welcher Harry Heine jene Zeit seines Geschäfts-lebens in Hamburg verbrachte. Wider Neigung und Willen in der nüch-ternen Handelsstadt an den Komptoirbock geschmiedet, fern der sonnigenHeimat des sagennmklnngenen grünen Rheins, mit der Aussicht auf einverlorenes Leben, mochte er sich wohl vorkommen wie ein armer Schwanmit gebrochenen Flügeln, der im nordischen Eise erstarrt! Und zu derQual eines verfehlten Berufes gesellte sich noch das schmerzliche Leid einerunglücklichen Liebe, die ihren Stachel zeitlebens im Herzen des Dichterszurückließ. In fast unzähligen Liedern hat er diese Liebe besungen: sie er-weckte ihm die ersten Klänge des Saitenspiels, auf dem er frühe schonso herzergreifende Accorde anschlug; sie huscht als finsterer Schatten durchdie wüsten, wildenTraumbilder", sie klagt und weint und grollt in denLiedern und Balladen derZungen Leiden"; sie folgt ihm auf die Uni-versität, und grollt und weint fort imLyrischen Intermezzo" der Tragö-dien, die auch wieder nur eine andere Form der Klage sind. Zahre ver-rinnen im Strom der Zeit, aber die alte Liebe will nicht erlischen, ob auch

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