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Wie sein Bruder Maximilian erzählt, 26) war es die Absicht derMutter, dass ihre sämmtlichen Kinder auch eine gründliche musikalische Aus-bildung erhielten. Harry sollte das Violinspiel erlernen, und ein Lehrerwurde angenommen, der die Stunden in dem oberen Stäbchen eines imGarten gelegenen Anbaus der' Heine'schen Wohnung ertheilte. Obschonder Knabe nicht die mindeste Lust zur Erlernung des schwierigen Instru-mentes besaß, wagte er doch nicht, sich der Mutter zu widersetzen, und daer sich ihr gegenüber ganz zufrieden über seinen Violinunterricht aussprach,kümmerte sie sich um weiter Nichts, als dass der Lehrer allmonatlich richtigbezahlt wurde. So war fast ein Fahr verstrichen, als die Mutter einesTageS nm die Zeit der Musikstunde im Garten spazieren ging. Zu ihrergrößten Befriedigung horte sie ein gutes und fertiges Violinspicl. Erfreutüber die Fortschritte ihres Sohnes, eilte sie die Flügeltreppe hinauf, nmdem gewissenhaften Lehrer ihren Dank auszusprechen. Wie sehr erstauntesie jedoch, als sie Harry bequem auf dem Sofa hingestreckt liegen sah,wahrend der Lehrer vor ihm auf und ab ging, und ihn mit seinem Violin-spiel unterhielt! Es stellte sich setzt heraus, dass fast alle Stunden in der-selben Art ertheilt worden waren, und der unmusikalische Zögling nichteinmal die Tonleiter rein zu spielen vermochte. Der Lehrer wurde verab-schiedet, und bei dem ausgesprochenen Widerwillen Harry's gegen das Vio-linspiel fanden die Mnsikstnnden ein für alle Mal ihr Ende.
Nicht besser erging es mit dem Tanznnterrichl, welcher dem Knaben,wo möglich, noch verhasster war. Der kleine, dürre, aber sehr grobe Tanz-meister quälte ihn immerfort mit Battcments, so dass Harry bald alle Ge-duld verlor, und Grobheit mit Grobheit erwiderte. Ein vollständiger Kon-flikt begann, und der aufs höchste gereizte Knabe warf den leichten Tanz-lehrer aus dem Fenster. Glücklicherweise fiel er ans einen Misthaufen, undwurde von den Eltern des gewaltthätigen Eleven mit einer Geldsummeentschädigt. Harry hat nie im Leben wieder getanzt. 27)
Größeres Vergnügen gewährte ihm der Zeichenunterricht, den er seitfrühester Angend auf der Akademie empfing. Unter den aufstrebendenKünstlern, welche dort nm jene Zeit ihre Studien machten, ragte vor AllenPeter von Cornelius hervor, der im Zahre 181l seine erste Reise nachRom antrat, und einer der Hauptgründer der romantischen Kunstrichtung inder Malerei ward. H. Heine sympathisierte später nicht sonderlich mit dieserRichtung, aber er zollt der genialen Ursprünglichkeit und kühnen Schöpfer-