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1 (1867)
Entstehung
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wünschnng aus, „seine Fabrikate trotzen der Zeit, seine Pyramiden stehennoch immer unerschütterlich, seine Mumien sind noch so unzerstörbar wiesonst, und eben so unverwüstlich ist jene Volksmumie, die über die Erdewandelt, eingewickelt in ihren uralten Bnchstabenwindeln, ein verhärtet StückWeltgeschichte, ein Gespenst, das zu seinem Unterhalte mit Wechseln undalten Hosen handelt, schaurige Gebete verrichtend, worin es seine Leidenbejammert und Völker anklagt, die längst von der Erde verschwunden sindund nur noch in Ammenmärchen leben — der Jude aber, in seinemSchmerze, bemerkt kaum, dass er ans den Gräbern derjenigen Feinde sitzt,deren Untergang er vom Himmel erfleht". In ähnlicher Stimmung nennter ein anderes Mal die Juden „die Schweizergarde des Deismus; siekönnen bei politischen Fragen so republikanisch als möglich denken, ja sichsogar sanskülottisch im Kothe wälzen; kommen aber religiöse Begriffe inSSpiel, dann bleiben sie nnterthänigc Kammerknechte ihres Jehovah, desalten Fetisches, der doch von ihrer ganzen Sippschaft Nichts mehr wissenwill und sich zu einem gottreinen Geist umtaufen lassen, einem Parvenndes Himmels, der vielleicht gar nicht mehr wissen will, dass er palästini-schen Ursprungs und einst der Gott Abraham's, Isaaks und Jakob's ge-wesen ift". Man darf wohl an die Ehrlichkeit seiner Äußerungen glauben,wenn Heine in solchen Momenten versichert, dass er „auf seine jüdische Ab-stammung niemals eitel war"; ebenso aufrichtig aber sind seine Worte ge-meint, wenn er ein andermal die deutsche Nation dadurch zu ehren gedenkt,dass er sie mit dem jüdischen Volke vergleicht, eine innige Wahlverwandt-schaft zwischen „diesen beiden Völkern der Sittlichkeit" findet, Judäa alsdie Wiege des modernen kosmopolitischen PrincipS der Freiheit und Gleich-heit betrachtet, und in diesem Sinne behauptet, dass heut zu Tag „nichtbloß Deutschland die Physiognomie Palästinäs trage, sondern auch dasübrige Europa sich zu den Juden erhebe". Mit den Jahren steigerte sikhdie Vorliebe Heine's für das Religions- und Kulturleben seiner Stamm -genossen und die Bewunderung für den unbeugsamen Sinn, den sie sich,trotz achtzehn Jahrhunderten des Elends und der Verfolgung, bis aus denheutigen Tag bewahrt. „Ich habe sie seitdem besser würdigen gelernt",sagt er in den „Geständnissen", „und wenn nicht jeder Geburtsstolz bei denKämpen der Revolution und ihrer demokratischen Principien ein närrischerWiderspruch wäre, so könnte der Schreiber dieser Blätter stolz darauf sein,dass seine Ahnen dem edlen Hanse Israel angehörten, dass er ein Abkömm-