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und verkümmert ward. Die mit dein Ehrenkreuz uud dein Officiersdiplomheimkehrenden jüdischen Krieger mufften aus der Armee scheiden, wenn siesich nicht zu Gemeinen degradiert sehen wollten, und der Wiener Kongresssorgte dafür, die den Juden ertheilteu Verheißungen illusorisch zu machen,indem er die Ausführung derselben dem Bundestage anheimgab, d. h. sieuä eulsnckus grnocus vertagte.
Von tiefster und nachhaltigster Einwirkung auf die geistige Entfaltungdes Knaben muss aber der französische Unterricht gewesen sein, den H.Heine während des größten Theils seiner Schuljahre im Lyceum genoss.Zuerst freilich besuchte er, nachdem die Mutter ihn das Lesen gelehrt, mitmehreren andern Knaben die israelitische Privatschnle, welche ein entfernterVerwandter seiner Familie, ein Herr Rintelsohn (mit Geburtsnamen Wallach)ans Hamburg, in einem Hause der Retingerstraße hielt. — Der Umgangdes jungen Heine war zur Zeit seines Aufenthaltes in Düsseldorf meistauf seine israelitischen Verwandten und ans Spielkameraden seiner eigenenKonfession beschränkt. Zu Ersteren gehörte, außer dem Großvater, dem„alten Herrn von Geldern", auch Dessen Sohn, „der junge Herr vonGeldern", Simon mit Namen, welcher gleich seinem Vater ein beliebterArzt war, den Hofrathstitel besaß, und auf der linken Seite des kurzenGäsScheuS wohnte, das von der Andreas- nach der Mühlenstraße führt.Harry's beste Freunde und Spielgefährten waren Joseph Neunzig, der Sohneines Bäckermeisters und Bierbrauers, dessen Hans (Nr. 606) wenigeSchritte von dem Heine'schen Hause gelegen war, — S. H. Prag (jetztStadtrath in Düsseldorf), der mit ihm die Rintelsohn'schc Schule besuchte— und Ferdinand von WizewSki, der im Düsselbache neben dem Fraucis-kanerkloster ertrank, als er auf Harrp's Aufforderung ein hineingefallenesKätzlein retten wollte. Dies traurige Ereignis machte einen unauslöschli-chen Eindruck aus das Gemüth des Dichters, und nicht nur in den „Reise-bildern", sondern auch noch in späterer Zeit hat er in den „Liedern desRomancero" eine pietätsvollc Erinnerungsblume auf das Grab des lieb-lichen Knaben gepflanzt. '?)
Im elterlichen Hause ward Harry zu einer strengen Erfüllung derjüdischen Religionsvorschriften angehalten. Wie genau er dieselben beobach-tete, zeigt folgendes Beispiel, das Joseph Neunzig berichtet. Die beidenKnaben standen an einem Sonnabend auf der Straße, als plötzlich einHaus zu brennen begann. Die Spritzen rasselten herbei uud die müßigen