Druckschrift 
1 (1867)
Entstehung
Seite
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anfänglich dem Freiherrn von Hompesch, seit dem Zähre 1804 jedoch, mitAbtretung eines Theils der Hoheitsrechte, vorherrschend seinem Vetter,dem Herzog Wilhelm von Baiern. Auch Dieser regierte nur kurze Zeit.Damals hatten nämlich die Franzosen", wie Heine mit treffendem Witzdiese Periode charakterisiert,alle Grenzen verrückt, alle Tage wurden dieLänder neu illuminiert; die sonst blau gewesen, wurden jetzt plötzlich grün,manche wurden sogar blntroth, die bestimmten Lehrbnchseelcn wurden sosehr vertauscht und vermischt, dass kein Teufel sie mehr erkennen konnte,die Landesprodnkte änderten sich ebenfalls, Cichorien und Runkelrübenwuchsen'jetzt, wo sonst nur Hasen nnd hinterherlausende Landjnnker zusehen waren, auch die Charaktere der Völker änderten sich, die Deutschenwurden gelenkig, die Franzosen machten keine Komplimente mehr, die Eng-länder warfen das Geld nicht mehr zum Fenster hinaus, nlid die Veneti-aner waren nicht schlau genug; unter den Fürsten gab es viel Avancement,die alten Könige bekamen neue Uniformen, neue Königthümer wurden ge-backen und hatten Absatz wie frische Semmel, manche Potentaten hingegenwurden von Haus nnd Hos gejagt, und mufften aus andere Art ihr Brotzu verdienen suchen."

Der Länderschachcr nnd Völkertausch stand in vollster Blüthe. Am25. December 1805 wurde zu Paris ein Traktat unterzeichnet, wonachPreußen seinen Antheil des Herzogthnms Cleve auf dem rechten Rhein-nfer an Frankreich abtrat; gleichzeitig wurde der Kurfürst MaximilianZoseph (am 1. Fannar 1806) zum König von Baiern erhoben, und alsKourtage für die Standeserhöhung seines Vetters verlor der bisherigeStatthalter des Herzogthums Berg, Herzog Wilhelm, sein Land an dieFranzosen. Am Tage seiner Abreise von Düsseldorf nahm er in einemvom 2V. März 1806 datierten Erlasse einen liebevollen Abschied vonseinen bisherigen Unterthanen, nnd Joachim Murat, der Schwager Na-poleon's, hielt als Regent des aus den abgetretenen deutschen Rhein-landen für ihn geschaffenen GroßherzogthnmS Cleve-Berg seinen Einzugin die neue Residenz. Ein wohlmeinender, offenherziger Mann, von sol-datisch straffen Formen, jeder Schmeichelei abhold, erwiderte er dem Bür-germeister, der ihn bei der Huldigung mit einer langen salbungsvollenRede empfing:Es ist unmöglich, dass man mich in einem Lande, fürdas ich noch Nichts gethan, schon lieben kann, aber man wird michlieben, ich versichere es", lind in Wirklichkeit ließ es Joachim I. an den