Druckschrift 
1 (1867)
Entstehung
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mädchcn geben, wenn es ihnen die Stube zeigt, worin ich das Licht derWelt erblickt, und den Hühnerwinkel, worin mich Bater gewöhnlich ein-sperrte, wenn ich Tranben genascht, und auch die braune Thür, woraufMutter mich die Buchstaben mit Kreide schreiben lehrte ach Gott!Madame, wenn ich ein berühmter Schriftsteller werde, so hat Das meinerMutter genug Mühe gekostet."

Als der Dichter diese humoristischen Zeilen schrieb, existierte indess seinGeburtshaus schon lange nicht mehr. Im Fahre 1811 oder 1812 hattenseine Eltern dasselbe verlassen, und waren in das gegenüber liegende großeHaus gezogen, welches setzt die Nummer 42 führt. ^) Das alte Hansaber ging in andere Hände über, und ward abgebrochen, und ein neues,größeres Gebäude, mit einer neuen Nummer (53), trat an seine Stelle. °)Dasselbe ist seit dem 31. Fannar 1867 mit einer einfachen marmornenGedenktafel verziert, welche die Inschrift!Geburtshans von HeinrichHeine" trägt.

Der Umstand, dass H. Heine, der so gern und liebevoll bei den Er-innerungen seiner Kindheit verweilte, in seinen Schriften und Briefen nurselten und höchst beiläufig seines Vaters gedenkt, dürfte schon darauf hin-deuten, dass Letzterer schwerlich ein Mann von hervorragenden Geistesgabengewesen ist. Auch von anderer Seite wird uns dies Urtheil bestätigt.'') Wirhaben über ihn nur noch erfahren, daß er ein eifriger Verehrer Napo-leons war, und als Officier in der Bürgerwehr diente, die während derfranzösischen Zeit von 18061809 in Düsseldorf bestand. 6)

Um so häufiger, und mit Worten der zärtlichsten Liebe und Dank-barkeit, erwähnt H. Heine seiner Mutter, der er in zahlreichen Liedernund Sonetten ein unvergängliches Denkmal gesetzt hat. ^) Der Einfluss,den diese treffliche, feinfühlende und hochverständige Frau auf die Herzens-nnd Geistesbildung ihres Sohnes ausgeübt, muss nach Allem, was unsvon ihr berichtet wird, sehr bedeutend gewesen sein. H. Heine nennt sieeine Schülerin Ronsseau's, '") und sein jüngster Bruder Maximilian er-zählt, ") dass Goethe ihr Lieblingsschriftsteller gewesen sei und sie sich be-sonders an Dessen Elegien erfreut habe. Es lässt sich also annehmen, dasssie einen mehr als gewöhnlichen Grad allgemeiner Bildung besaß, undnicht wenig dazu beitrug, schon früh in ihrem begabten Sohne das In-teresse für die Meisterwerke der Kunst und Poesie und für eine idealereLebensauffassung zu wecken. Während die Kraft und Thätigkeit des Va-