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Nicht so freundlich richte der Silberblick der launischen Glücksgöttinauf dem jüngsten der Brüder, Samson Heine. Nachdem er seine ersteZugend in Hannover und Hamburg verlebt t)atte, finden mir ihn gegenEnde der neunziger Fahre in Düsseldorf am Rhein, wo er in einem engen,niedrig gebauten, einstöckigen Hause der Bolkerftraße, das damals mitStr. 602 bezeichnet mar, einen Tuchladen etabliert hatte. Ein hübscher,stattlicher Mann, von lebhaftem Temperament und redlichem Herzen, mennauch nicht von besonders scharfem Verstände, gemann er die Liebe derkleinen Betty, einer Tochter des angesehenen Arztes vr. von Geldern,und führte sie als Gattin in sein Haus. Die Familie von Geldernbekannte sich zur streng orthodoxen jüdischen Konfession; der Großvateroder Urgroßvater Betty's mar jedoch, einer Familientradition zufolge,obschon Zude, von einem der Kurfürsten von Jülich-Cleve-Berg wegeneines Dienstes, den er Diesem ermiesen, mit dem Adelsdiplome beschenktworden. 2)
Am 13. December 1799 2) begrüßten in dem erwähnten Hause dieStrahlen der Sonne das Antlitz eines Knaben, der als erster Sprosseiner glücklichen Ehe hochwillkommen war, und, einem Londoner Ge-schäftsfreunde des Vaters zu Ehren, den Vornamen H arry erhielt. DiesenNamen vertauschte er erst später bei seinem Übertritte zum Christenthummit dem Namen Heinrich; doch ist es charakteristisch, dass er auf denTitelblättern seiner sämmtlichen Schriften stets nur den Anfangsbuchstabenseines Vornamens drucken ließ, und sich noch in späteren Jahren sehrverstimmt zeigte, als sein Verleger einmal seinen vollen Vornamen aufeins seiner Bücster gesetzt hattet)
Sein ganzes Leben lang bewahrte H. Heine seiner Vaterstadt eineliebevolle Anhänglichkeit. „Die Stadt Düsseldorf", heißt es in den„Reisebildern", „ist sehr schön, und wenn man in der Ferne an sie denkt,und zufällig dort geboren ist, wird Einem wunderlich zu Mnthe. Ich bindort geboren, und es ist mir, als müsste ich gleich nach Hanse gehn. Undwenn ich sage: nach Hanse gehn, so meine ich die Bolkerftraße und dasHaus, worin ich geboren bin. Dieses Hans wird einst sehr merkwürdigsein, und der alten Frau, die es besitzt, habe ich sagen lassen, dass sie beiLeibe das Haus njcht verkaufen solle. Für das ganze Haus bekäme siedoch jetzt kaum so'Viel, wie schon allein das Trinkgeld betragen wird,das einst die grünverschleierten, vornehmen Engländerinnen dem Dienst-