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An Agnes Wendt.
1.
Güttingen, den 12. Febr. 17SS.
hergeben Sie mir, meine theuerste Cousine, daß ich Ihrenallerliebsten Brief, bei dessen Lesung mir Freudenthränen indie Augen traten, so spät beantworte und so spät Ihnen mei-nen Dank für das herrliche Geschenk abstatte, das mehr Freudein unserm kleinen, vertraulichen Kirkel erweckt hat, als ihmseit Jahren zu Thcil geworden ist. Es muß Ihnen, meineLiebe, dieser Aufschub unverantwortlich vorgekommen sein, aberer ist es gewiß nicht so sehr, als er es in der Ferne scheinenmuß. Ich habe bisher wieder an meinen Alltagskrankheitcnunglaublich ausgestanden, zu denen sich am Ende noch ein bö-ser Hals gesellte, an welchem ich 8 Tage größtentheils niederge-legen habe. Theils diese Übel und theils die strenge Diät, diewir, mein Hals und ich, halten mußten (denn wir wurdensogleich bei Wasser und Brot und Citronensast gesetzt), habenmich so erschöpft, daß ich noch bis auf diesen Augenblick, wennmeine Stunden vorbei sind, wenig zu thun vermag. Zumalwird mir das Schreiben schwer. Ich bitte also, meine Theuerste,mich bei Ihrem Herrn Batcr diesesmal gütigst zu entschuldigen,wenn ich meine Antwort auf seinen herrlichen Brief noch ver-schiebe, denn Alles, was ich bei dieser heutigen Sitzung noch zuschreiben vermag, muß und kann nur Folgendes sein:
O! Sie hätten die Freude sehen sollen, die das Geschenkbei Ihrem Pathchen verursachte, und wie sie, in Gegenwartihrer Geschwister, die ihr mit unschuldigem Neide zusahen, di-Eßinstrumente schwenkte! Den Löffel führt sie meisterhaft,