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Gesicht im Tode, kann ich ohne Gefahr Abdrücke machen las-sen, so sollen Sie der Erste sein, der einen bekommt.
Fangen Sie das neue Jahr recht glücklich an, dieses istder Wunsch
Ihres gewiß aufrichtigen Freundes rc.
19.
Göttingen, den 2. Juni 1786.
AAenn ich einen Brief von Ihnen bekomme, so ist es immer,als wenn mein ganzes Gedankensystem ein neuer Hauch be-lebte, ich gehe in meinen Stuben von Westen nach Osten unddann von Norden nach Süden spazieren, singe, pfeife, bauemanches nette Schlößchen in die — Luft, und lasse mir eineBouteille englisches Bier holen, und erhöhe die Lustschlössernoch um ein paar Etagen, u. s. w. Allein mit dem Beant-worten geht fast Alles umgekehrt, Alles montnln ponünla, esist abscheulich, was für ein leidiger Schreiber ich seit einigerZeit geworden bin. Ich denke an meine Freunde, träume vonihnen und spreche wachend mit ihnen, nur die Feder will nichtmehr folgen. Ob wohl eine moralische Lähmung vorgegangenist? Heute da ich diese Paralysis, wegen der morgen eintre-tenden Pfingstferien weniger fühle, ergreife ich also gleich dieFeder an Sie, liebster Freund, zu schreiben. Forster hat mir einenganz vortrefflichen Brief geschrieben. Es ist wahr, dieser Mannschreibt Briefe, wie der Bauer sagt, wie gedruckt. Wirklichim größten Ernst gesagt, höchst vortrefflich. Daß er in seinerEhe glücklich ist, erhellt nicht allein aus dem was er sagt,sondern noch mehr wie er es sagt, woraus ich mehr sehe, alsauf das Erstere. Er ist trotz seinem Exil ein glücklicher Mann.