Druckschrift 
2 (1867)
Entstehung
Seite
110
Einzelbild herunterladen
 

110

könnte. Es wird ja Nichts verlangt als die höchste Billigkeit,und es wird Alles auf Heller und Pfennig berechnet.

Sehen Sie, liebster Freund, so steht die Sache, Sie sehensie jetzt ganz durch. Haben Sie nun die Güte, zu machen, daßdie Hrn. Stricker und Reinhardt sie eben so durchschauen. Ichmüßte diesen Leuten, die ich nicht kenne, ein Buch schreiben,wenn ich ihnen alles das verständlich machen wollte. Denn daich sie gar nicht kenne, so müßte ich an ein Ideal schreiben, dasich mir denn so arg .als möglich denken müßte. Ich hatte dazuschon L bei mir in Vorschlag gebracht. Der eine ist ein hiesigerJude von 65 Jahren, der vor 3V Jahren völlig so ausgesehenhat wie jetzt und nach 30 noch so aussehen wird, grade wie derhiesige Jacobithurm. Wenn ich Jemanden persundiren will, sostelle ich mich in Gedanken immer diesem Granitblock gegenüber,so wie Demostbcncs den Meereswcllen. Der andere ist ein hol-ländischer Fuselbrenner, den ich zu Amersfort habe kennen ler-nen. Allein was würde das für ein Schreiben werden. Ichwürde bei meinen jetzigen Umständen toll darüber werden, odervon Hrn. Stricker und Reinhardt, wenn es brave Leute sind,woran ich kaum zweifle, wenigstens dafür erklärt.

Bei dem Grafen übernehme ich Herrn Lampadius Verthci-digung. Es ist gewiß keine Gefahr bei der Sache, denn gewißhaben die Herrn Blandvw's alle Bollmacht.

Wie sehr habe ich es bedauert, daß ich Sie bei Ihrem letz-ten Hiersein nicht habe sehen können!

Von meinen Umständen wird Ihne» Hr. Lampadius Nach-richt geben können.

Heute ist der 30ste December. Mein Gott! wie blutblutroth das Jahr 1703 am Horizont heraufblickt. Wirwollen beherzt hineinsehen und lernen.