Druckschrift 
2 (1867)
Entstehung
Seite
111
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III

Leben Sie recht wohl, liebster Freund, und schenken Siemir ferner Ihre Liebe.

Ig.

Güttingen, den 29. März 179S.

Werthester Freund! , .

^) ich Ihnen für Ihr herrliches Geschenk so spar danke, weißich nur bloß mir der Erfahrung zu entschuldigen, daß die In'teressen für wahres Verdienst gewöhnlich etwas spät, und vonmanchen ckolülvribiis gar erst nach dem Tode des Eigenthümersbezahlt werden. Ich habe die Geschichte des dicken Helden mitunbeschreiblichem Vergnügen gelesen. Wahrlich, man würde Ro-mane studiren, so wie man Geschichte studirt, wenn Männervon Ihrem Geist, mein Theuerster, den Kern ihrer Erfahrungin der Welt in solchen Vehikeln vor das Publikum bringen woll-ten. Daß mancher Gelehrte, der dieses gar wohl könnte, es demungeachtet nicht thut, daran ist doch größtenteils die Eitelkeitdieser Leute Schuld. Wer ist wohl in der Welt, der nicht inseinem SVsten Jahre, wenn er auf sein vergangenes Leben zu-rückblickt, finden sollte, daß er em ganz anderer Mann werdenwürde, wenn er sein Leben noch einmal leben könnte. Undwas für eine Leclion würde das nicht werden, wenn Männervon Geist am Ende ihres thätigen Lebens alle diese Lorrigenckasammelten und sie so viel wie möglich detaillirt und individua-lisirt mit aller Macht des Stils der Welt übergäben. Ich ver-stehe hierunter keine LonkLssions; der Roman brauchte auchnicht das Leben des Verfassers zu sein, nur verwebt müßte esdarin sein, Dichtung könnte immer die Maschinerie ausmachen.