Druckschrift 
2 (1867)
Entstehung
Seite
67
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Könnten Sie mitgehen, liebster Freund, was wäre das für einGlück! Achthundert Thaler müßte man haben, jeder Mitrei-sende meine ich, und dafür sähen wir Dresden, Prag, Wien,Triest, Venedig, Moyland, Turin, Pavia, Bologna, Florenz,Rom, Neapel, vielleicht Calabrien und Messina; rückwärts Lo-re tto, Lueca, Livorno, die Alpen, Genf, Lausanne, Bern,Zürich, Basel w. Welche Ernte da, für Sie, die gewiß aufdem Wege sind, unser Fielding und mehr zu werden! Waskönnen da für psychologische Prospecte gesammelt werden! Ei-nem Mann, wie Sie, muß der Buchhändler die Reise be-zahlen.

Nun, lieber Freund, ein paar Worte vom braunen Manne.Ich habe Ihren Roman zweimal und mit großer Aufmerksam-keit gelesen. Sie haben mein Urtheil verlangt, und dies gebeich sehr gerne; inwiefern sich daraus auf das Urtheil des jetzi-gen Publikums oder der Nachwelt schließen läßt, darum beküm-mere ich mich nicht. Auf diese Weise kann ich mich kurz fassen.

Ich halte ihn im Ganzen für vortrefflich, und ich wüßtenach meiner Empfindung im Deutschen Nichts von der Art,das ihm gleich käme. Zumal hat mich der zweite Theil hinge-rissen, ich zählte gegen das Ende die Blätter, die noch übrigwaren, und mich befiel ein wahrer Unwillen, als ich fand, daßich nur noch 16 hatte. Verschiedene Bogen, zumal des zweitenThcils, flogen dahin, ohne daß mir auch nur einfiel, daß einHerr Müller und ein Professor Lichtenberg in der Welt war,ich hatte mich ganz auf dem Waldhcimischcn Gute cinlogirt.Der bat's getroffen, sagte ich endlich, wenn ich einmal nachmeiner Dose griff, und da ist es mir unbeschreiblich, was ich indiesen Zwischenzeiten für Freude Jhrcntwegcn empfand.Das ist Dein Freund, der dieses schreibt, und der Vater und