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Köttingen, den 1. Febr. 4782,
i^er Tod Deiner rechtschaffenen Mutter ist mir trotz Ihrer undDeiner Befreiung von einem großen Leiden, die bei dem hohenAlter, das sie erreicht haben muß, nur allein auf diesem Wegenoch möglich mar, sehr nahe gegangen. Die angenehmsten Tagemeines Lebens waren die, die ich zu Seeheim in ihrer Gesell-schaft und unter der mütterlichen Vorsorge verlebt habe, womit siemeine jugendlichen Vergnügungen, so wenig sie auch selbstTheil daran nehmen konnte, immer veranlaßte und unterstützte,und ihr Tod bat mir den Verlust jener himmlischen Tage wie-der sehr lebhaft vorgestellt. Den größten Theil der vorigen Nachthabe ich unter wehmuthsvollen, aber auch da noch angenehmenWiederholungen jener Stunden durchgewacht. Es sind das frei-lich Schattenspiele, aber was ist denn unser Leben mehr? Undwenn es mehr ist, so ist gerade dieses eben nicht was es Vor-zügliches hat.
Dein rechtschaffenes Betragen gegen Deine sel. Mutter batmir mein verstorbener Bruder sehr oft gerühmt und unstreitigmuß dieses ein großer Trost für Dich sein, der so früh und solange aufgespart auch desto kräftiger wirkt und Dir eine Be-ruhigung und ein gewisses Gefühl Deiner eignen Würdigkeitgeben muß, das Dich bei allen Deinen Handlungen begleitenwird, und Dir kein Zufall rauben kann.
Auch gebietet mir mein Herz und die Achtung, die ich fürDeinen unverkennbaren Werth habe, Dich an einen Trost zuerinnern, den Dir Deine Bescheidenheil vorenthalten möchte,nämlich an die Freude, die Du der Seligen durch Dein Ver-dienst und die Ehre gemacht haben mußt, die die Folge davon