Druckschrift 
2 (1867)
Entstehung
Seite
43
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Ernst ist todt, den habe ich am genauesten gekannt. Der äl-teste hieß Georg und war Kaufmann. Er pflegte mit einemschwarzsammtnen Rcisekäppchen in die Schule zu gehen. An-ton wurde Bereiter, Carl auch Kaufmann und Louis, woist der jetzt? Reichshofralh ist der Disputationshändler wohlnicht geworden? Gieb mir doch eine kleine Nachricht von ih-nen. Auch muß ein Fritz eristiren, von dem ich, dünkt mich,immer etwas Gutes gehört habe. Officiellen Bericht habe ichvon dem Tode nicht erhalten. Herr Balthasar, wie Du ihnnennst, bat bei seiner ersten Visite einen Eindruck auf mich ge-macht, von dem ich nicht wünsche, daß er ihn bemerkt hätte,aber fast befürchte. Er besuchte mich mit 2 Taschenuhren, einezur Rechten und eine zur Linken. Nun dieses ginge noch sehrwohl an, allein daß er mir, so ausgerüstet, sagte, er habe ei-nen Freitisch, ist mir durch die Seele gegangen. Er kannfreilich Nichts dazu, allein wo H., der ihm dazu verhelfen hat, hin-gedacht haben muß, begreife ich nicht. Zuverlässig muß jetzt einarmer Teufel dafür hungern, daß Herr H. seine Macht beweist,einem Bettler das Brot zu nehmen, um es einem Schooßhünd-chen vorzuwerfen, das es wohl gar nicht einmal speist. Ichhabe daher auch dem Ankömmlinge meine Physik nicht frei ge-geben, welches ich sonst vielleicht wohl gethan hätte. SobaldHr. B. lange genug weg ist, um nicht mehr als Ursache mei-nes Verfahrens erkannt zu werden, (denn er scheint wirklich einguter Mensch zu sein), so will ich mich öffentlich gegen diesenschändlichen Mißbrauch regen, wozu mich in der That meinProfessoreid verpflichtet. Da natürlich die Reichen mehr Conne-xionen haben, als die Dürftigen, so fangen unsere Freitischewirklich an, Garküchen für die Herren mit 2 Ubren zu werden,und das ist doch gewiß schnurstracks gegen die Absicht der Stifter.