Druckschrift 
2 (1819)
Entstehung
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Was Schiller unserer Bühne geworden ist, kannund wird nicht erfolglos bleiben, mögen sich vornehme Ge-meinheit und starre Rechthabcrey auch noch so übelgeberden. Fruchtbar gewirkt hat schon das Vorbild desMeisters auf die Arbeiten des zu früh verblnhetcn edelenH. I. v on Eo l lin lgeb. 1772; st. i8r 1 i; und wenn an-dere Versuche, sich ihm zu nähern, minder gelungen sind,so werden doch die Stimmen über das Verwerfliche immerlauter; Regsamkeit ist allgemeiner geworden; Gefühl undAchtung für das Bessere und Rechte lassen sich nicht mehreinschüchtern und unterdrücken. Weichen wird, wenn seineStunde gekommen ist, was ihre Wirksamkeit noch hcminct.Mit Zuversicht harren wir einer sittlich freudigeren undgenußreicheren Zukunft; was heute noch Wunsch und Hof-nung ist, wird unseren Nachkommen That und Wirklichkeitgeworden seyn. Gewiß ist die Zeit nicht ferne, welcheuns befreit von dem bis zur Verzerrung verbrauchten tra-gischen Spiele mit dem Schicksale, von der aus allen Welt-gegcnden und Jahrhunderten zusammengebrachten buntenMannigfaltigkeit in Handlungen, Sitten und Gedanken;Fratzen und Misgeburten, Verhöhnungen des Edeln, Ver-giftungen der Sittlichkeit können sich ihrem nahen Untergängenicht entziehen. Alles führet uns und unsere Kunst dem Vater,lande wieder zu, dessen Vergangenheit und Gegenwart sichso reich an Ergebnissen für die Kunst erweiset.

Wenn diese Richtung ans das Vaterländische, dashöchste Ziel aller Anstrengungen der Kunst, einst vorherr-schend geworden ist; dann wird Dank und Liebe denenwerden, die sie erstrebt und vorbereitet haben, oft von denKlugen unter den Zeitgenossen verkannt und verunglimpft,oder doch misverstanden und von Wenigeren, als sich ge-bühret, beachtet. Mit Lessing, ihrem Muster, werden

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