Druckschrift 
2 (1819)
Entstehung
Seite
273
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und Wahrnehmungen; er weis fein zu zergliedern und dasBedeutsame und Folgenreiche kunstlos nachdrücklich zu bezeich-nen und hervortreten zu lassen. Aber Verarbeitung desStoffes zu künstlerischer Einheit hat er nicht erstrebt und dievorwaltende Rücksicht auf zünftig gelehrtes Bcdürfnißkonnte so, wenig hiezu als zu kunstgemäßer Schönheit derSprache verpflichten. Vielen höheren Knnstfoderungcn angeschichtliche Darstellung vermochte Ludwig TimotheusSpittler sgcb. >762; st. d. >4 März mit seinem

philosophischen Zartgefühl und kritisch-phychologischen poli-tischen Scharfblick zu genügen; er beherrschet den Stoffdurch die aus demselben gewonnene Ansicht und deutet sinn-voll wortkarg ungemein vieles an. Sein „Grundriß derGeschichte der christlichen Kirche" (>782) und der "Entwurfder Geschichte der europäischen Staaten" (1793) sind Mei-sterstücke in ihrer Art; nur setzen sie einen Rcichthum vonVorkenntnissen und wissenschaftlich-geschichtlicher Bildungvoraus und fanden daher nur einen beschränkteren Wir-kungskreis. Bcy dieser Beschaffenheit unserer geschichtlichenLitteratur war zu wenig für die größere Lcscwclt gesorgt,als daß es Verwunderung erregen könnte, wenn JohannWilhelm von Archcnh olz sgeb. 1-746; st. d. 28 Febr.2812s, am bekanntesten als Journalist durch die von ihmherausgegebene „Litteratur - und Völkerkunde" O782 —179») und „Minerva" O792 fll.), mit seiner dem vaterländischen Gemüthsbedürfnisse zusagenden „Geschichte dessiebenjährigen Krieges" (1788; umgearb. -792.) lautenBeyfak erndtete; sie ist für Lcsclustige berechnet, unterrich-tet und unterhält in leichter Vielseitigkeit, kunstloser Leben-digkeit und in Hellem gefälligen Vortrage; der Ton istgetroffen, welcher bey verschiedenartiger Empfänglichkeitbequemen Eingang findet. Dieses in mehrer Hinsicht unvoli-Wachler's Vorlesungen 2r?hl 28