Druckschrift 
2 (1819)
Entstehung
Seite
255
Einzelbild herunterladen
 

255

heit durch anziehende Mannigfaltigkeit, lebendige Anschau?lichkeit und elastisch veredelte Leichtigkeit der Umgangs-sprache Eingang zu verschaffen; die Episteln über dieStarkgeistereh (.773), an einen jungen Arzt, und derTrost, müssen als wahre Bereicherungen unserer dichteri-schen Litteratur betrachtet werden; sie sind in der Samm-lung stirerGedichte" und Werke (Gotha a-^lchfll. 3B.)avgcdruckt und verdienen, was auch von den Liedern gilt,wegen der auf poetischen Mechanismus verwendeten muster--chte:: Sorgfalt, zum Range lehrreicher Bildungsmittelc? r . a nud mit ocstmderer Aufmerksamkeit studirt zu wer-den. Friedrich Günther von Göckingaue, r /!>. im Hacherstädtischen sgeb. »748^, Bür-ger'6 Schulfreund und mit vielen der besten Köpfe seinesZeitalters in traulicher Verbindung, mehrfach wohlver-dient um unsere Nationallitteratur, ein heiterer herzlicherSänger und oft schneidend witziger Epigrammatist ^»772^,zeichnet sich in der Epistel durch naive, gesellschaftlicheGenialität aus; seine Belehrungen und Zurechtweisungenwerden mit Geist und Witz, in anspruchloser Natürlichkeit,die auch wohl in Nachlässigkeit und Breite übergehet, vorge-tragen; sie beurkunden gemächliche Treuherzigkeit, behaglichfreycn und ächtteutsch biederen häuslichen Sinn. Er hatseineGedichte" (Franks. a-M-1780 fl. 3B.) selbst gesam-melt und jetzt (röily neu überarbeitet. An diese Vorgän-ger schlössen sich Eh. A. Tiedgc sgeb. 1,754^, auch alsfrommer Lehrdichtcr geschätzt, und mehre andere an.Unter den Satyrikern sind I. B.Michaelis und F. L.Graf zu Stoiberg am bemerkenswerthesten. Riedel,Löwen, Göcking u. a. behielten die Nabnerische Manierbcy; von Lichtenberg, Musäus, Schummel u.a.wird in der folgenden Vorlesung die Rede sehn.