Druckschrift 
2 (1819)
Entstehung
Seite
233
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Einfalt des Ausdrucks dafür zugeeignet hatte; die spaterversuchte Ergreifung des Idealen mußte mislingen und bcyden aus diesem Gesichtspunkte hervorgegangenen Umarbei-tungen konnten die früheren Gedichte nur verlieren. Wasals Gebrechen des dichterischen Kuuststyles in sehr vielen,ja in den meisten Arbeiten Bürger's hervortritt, ist alsunausweichliche Folge seiner, durch vertrauteren Umgangmit Klotz in Halle »768; und durch vielfache Vcrirrun-gcn verunreinigten sittlichen Denkart und Phantasiebildungzu betrachten; daher die flandrische, oft rohe Derbheit inVersinnlichung der Stoffe und Betrachtungen oder Empfin-dungen; daher die Verletzung religiöser Zartheit, wie sie inFrau Schnipps" gefunden wird ; daher das nicht ganzseltene Herabsinken zur Gemeinheit. Ausgezeichnetes Ver-dienst erwarb sich Bürger um die Ballade; die einzigeLeonore" (177?) würde ihn unsterblich gemacht haben.Unter den Liedern sind viele vortrcfliche, wenn auch wenigedem ,, Zechlicde" (»777) und dem Preise derManuer-kenschheit" (1778) an die Seite gestellt werden können.Die Wiedereinführung des Sonetts war dankcswerth,aber der Gehalt ist gering. In der unbeendeten herame-trischen Verteutschung der homerischen Jliade läßt sich dasbeharrliche Streben Nach gewissenhafter Treue nicht ver-kennen; auch die metrische Darstellung des vierten Buchesder Virgilischen Aeneide ist nicht mislungcn. Die erstenAusgaben seinerGedichte" (Güttingen 1778. 8; 1789.2TH.L.)besorgte Bürger selbst; diesämmtlichenWerke"sind von C. Reinhard (Gott. 2.796sil. 4B.; Hamburg2812. 6B. 8.) herausgegeben worden. Die Würdigungdes Charakters und Werths der Bürgerscheu Gedichte,welche wir von Schiller (Werke>B.3. Abth. 2.S.263fll;