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2 (1819)
Entstehung
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und Gerechtigkeit; er wollte, daß Achtung für die Rechtedes muthig freycn Sclbstdenkens in Angelegenheiten derWissenschaft und Kunst als heilige Pflicht und edelsterBeruf des menschlichen Geistes allgemeiner anerkannt werde.Dieses Streben gab seinem Geiste nie rastende Regsamkeit.Darum lehnte er sich, im Sinne des ächtesten Protestan-tismus, gegen jedes Glav.bensjoch auf; darum sprach eroffene Verachtung für jede knechtische Abhängigkeit vomtodten Buchstaben aus und gründlichen Haß gegen trotzigeWillkühr und Anmaßung des herkömmlich absprechendenZunfteifers, gegen Verdrehung der Wahrheit, gegen Ver-letzung der Gerechtigkeit und gegen wilde Verfolgungssucht;darum war er entschiedener Feind aller feigen Trägheit undder, sich weiser Mäßigung rühmenden breiten, flachen Halb-heit, welche in unseren Tagen noch immer laut wird undsogar, sey eö aus Beschränktheit oder aus trügerischerTücke, hinter die Schutzwehr des Lessing'scheu Ansehenssich bergen möchte. Er suchte unaufhörlich und rück,sichtlos vorwärts zu schreiten, wälzte um und fand Beha-gen am Umwälzen, weil es ihm als Pflicht und Recht gel-ten mußte; aber nie trat er dem als gut und fest bewähr-ten Alten muthwillig zu nahe, vielmehr nahm er diesesin Schutz und war weit entfernt von der schwächlichen Ei-telkeit, durch kecke Ncuerungssucht glänzen zu wollen.Lessing ist ein Gelehrter in großem Style, selbstständigfest im Verfolgen Eines Zieles, nie ermüdend im Streben,das seinen wißbegierigen Geist der Wahrheit näher zu brin-gen verhieß; und so war dem, nach Wahrheit Durstendenund Ringenden, Vielumfassenden nichts zu groß und znschwer, nichts zu klein und zu geringhaltig. Darin liegetLessing's eigcnthümlichstes Verdienst und die Ursache sei-nes fortwirkenden wissenschaftlichen Einflusses und Anse-