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scher Geh. Rath v. Praun ihm abgeneigt und der Erb-prinz seiner früheren würdigen Aeusserung, daß Lessingmehr die Bibliothek als diese ihn benutzen solle, bald nichteingedenk und überhaupt, wie es scheint, ohne richtige Vor-stellung von eines solchen Mannes Werth und Größe war.Dem ungeachtet lehnte Lessing ehrenvolle AnträgenachWien und Mannheim zu gehen entschlossen ab. Die Hof-kalte drückte ihn weniger, als körperliche Unbchaglichkeit,womit sich seine lezte Krankheit sczt schon anmeldete; eineReise über Berlin und Wien nach Italien ^»776) ändertewenig. Des großen Mannes lezte Jahre, waren die un-ruhigsten und bey sehr geschwächter Gesundheit die Thatcn-reichstcn und geistig kraftoollcsteu seines Lebens. Er hattedie von dem Hambnrgiscycn Denker H c r m a nn SamuelReimarus fst, 176^ verfaßten Fragmente über Deismusund Bibel in seine Hände bekommen und aus Pflichtgefühl,daß der Zweifel nicht verheimlicht werde und furchtbareVerwüstungen anrichte, mchres in seinen „Beylrägei."(Th. 3, 2774; Th. 4, a .777) abdrucken lassen; worüber ereinen herrlichen Kampf mit dem Hamburgischen Götz be-stand. Sein Landesherr nahm ihm nun die vorher ver-willlgtc Censnrfreyheit; das Wolfcnbüttler Eonsistoriumconfiscirte den vierten Theil der Beyträge und an Les-sing erging das Verbot, auch auswärts ohne Erlanbnißnichts drucken zn lassen; ein Verfahren, das heute lächer-lich gefunden werden kann, ohne deshalb zu unterbleiben,und welches damals, wenigstens einigermaassen, dadurchgerechtfertigt wurde, daß der Evangelische Stände-Vereinauf dem Reichstage la7b<'1 den Reichsfiscal gegen denHerausgeber der Wolfenbnttler Fragmente aufrief. Aberder für Wahrheit lebte und nach Wahrheit immer rang,so ferne sie ihm a»ch bleiben mochte, verlor nichts von