(174Z) hat als Charaktergemäldc stark hervortretendeZüge;„das Loos in der Lotterie" (-7/16) ist das einzige, welchestheatralische Wirkung hervorbringen konnte. Die prosai-schen Arbeiten bleiben sämmtlich von Seiten der richtigen,faßlichen und gefälligen Sprache und Darstellung empfeh-lenswerth, „Das Leben der schwedischen Gräfin G^^"(1747) war der erste gelungene Versuch eines die innerenVerhältnisse des neueren Familienlebens vergegenwärtigen-den und durch Mannigfaltigkeit äusserer Ereignisse anzie-henden Romans. Die „moralischen Vorlesungen" sindfür die Geschichte der teutschen Hochschulen eine der erfreu?lichstcn Erscheinungen; die edle Absicht bey denselben, dasGcmüth des durch wissenschaftliche Vielgeschäftigkeit oderdurch gesellschaftliche und überhaupt jugendliche Zerstreut-heit oft sich selbst und dem, was Allen noth ist, entfremde-ten studirendcn Jünglings für sittliches Nachdenken zu ge-winnen und in ihm den Sinn für Rechtlichkeit, Tugendund Frömmigkeit zu wecken und zu stärken, oder für seinBerufsleben zu befruchten, hat sich durch gesegnete Erfolgegerechtfertigt und ist durch fromme Dankbarkeit vieler Zeit-genossen gefeiert worden. Möchte das, was Gcllertdamals that, auch in unfern Tagen von Männern ge-schehen, denen Wissen und Denken, in voller Uebereinstim-mung mit Wollen und Leben, Recht und Beruf zu so heil-bringendem sittlich rednerischen Handeln giebt. AuchGcllert's, meist gemeinnützige Abhandlungen und Auf-sätze haben viel Gutes erwirkt; die „Anweisung zum Bricf-schreibcn" (>761) ist nicht ohne bedeutenden Einfluß aufVerbesserung des Geschäftsstyles geblieben; und seine„Briese", das Wesen und Streben eines treflichen Menschenbeurkundend, konnten mit Recht als Muster schlichter An-gemessenheit im Ausdrucke empfohlen werden. Gellert'sWachUr's Vorlesungen zr Thl, ^
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten