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Thomasius schreibt zu bunt, um als Muster des Styles,auch blos für sein Zeitalter, gelten zu können. In derRomancnlitteratnrhcrrschr der von Bohse und Huuoldeingeführte, bis zum Eckel misbrauchte galante Styl;doch wurden die kostbar-leeren Staats- und Helden- unddie faden Licbeögeschichten durch Vcrtcntschnng des Robin-son aus dem Englischen des Daniel de Foc (Leipzig1721. st.) verdrängt; ein langer Zug von Robinsonadcnaller Landes- und LcbcnSart schloß sich ihm an, unterwelchen die von dem Kammersekrctär Schnabel zuStolberg verfaßte „Insel Felsenbnrg" (Nordhausen 17Z1, flt.4TH. L.) die gehaltvollste ist. Die Kanzeiberedsamkeit,wenigstens in so weit sie schriftstellerisch hervortritt, lagim Argen; gewöhnlich wurde von denen, die als Meistergalten und Aussehen erregten, mit unstatthafter Gelehr-samkeit, mit überspannten Vergleichungen und Bildern,oder mit unziemlichem Witze und Wortprunk ein fruchtlosesSpiel getrieben; wie ans den Predigten eines der damalsberühmtesten Kanzclrcdner, Johann Riewer's inHamburg sgrb. >648; st. 1710t zur Genüge ersehen wer-den kann. Alleinige Auszeichnung verdienet UlrichMegerlc, bekannter unter seinem Ordensnamen Abra-ham a Sancta Clara, aus Krähenhcimstetten beyMöskirch lgeb. 1642; st. d. 1 Dec. 1709^, AugustinerBarfüßer und ss. 1669 Kaiserl. Hofpredigcr in Wien,ausgestattet mit vielseitigen Kenntnissen, geistreich, uner-schöpflich in Laune und Witz. Seine Beredsamkeit ist oftkräftig und herzergreifend; seine Sittcngemäldc sind nachdem Leben gezeichnet; seine Strafworte geisseln Laster undThorhcit ohne Ansehen der Person, obnc Rücksicht ansVerhältnisse; sein Heller Blick dringet in die geheimstenTiefen des menschlichen Herzens ein. Sehr oft verfällt