Druckschrift 
2 (1819)
Entstehung
Seite
77
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bewunderte Italiener zu Häuptern und Meistern desGeschmackes erhoben. Das zeiget sich schon sehr deutlichin den Dichtwerken David Schirm er'6 aus Freybergsst. >663 ??^, Bibliothekars in Dresden, eines beliebtenGelegcnheits- und Operndichters, dessen gute Anlagen undstrenge Sittsamkcit sich nirgends verleugnen. Seine Lieder,Elegien und Hirtengedichte in denpoetischen Rosengcbü-schen" (Dresd. »653; verm. 1667.8.) undRautenge-bnschcn" (das. i663.8.) erinnern oft an Achillini undMarino, die Vorbilder kostbarer Ziercrey. Bey mehrengleichzeitigen und etwas spateren Dichtern ist ähnlicheswahrzunehmen.

Häupter einer neuen, durch phantastische Übertrei-bungen und naturwidrige Kunst sich unterscheidenden Schulewurden zwcy Schlesier, große Bewunderer und Verehrerdes Opitzischen Verdienstes; beide reich und vornehm,mit Sitten und Geschmack des Auslandes vertraut, ohnedeshalb dem teutschen Sinne entfremdet zu seyn, beidetalentvoll, kcnntnißreich, rechtlich, aber in dem, waSzur Ergötzung und zum heiteren Lebensgenüsse gehöret,von der Strenge sittlich-spröder Grundsatze entbunden undnachsichtig gegen Freyheiten der Kunst und der Einbil-dungskraft. Christian Hoffmann von Hoff-manns Waldau aus Breslau fgeb. 1618; st. d. r3 Apr,1679), Vorsitzer des Rathes, bildete sich nach Guarini,dessen treuen Schäfer er schlecht genug übersetzt hat, undnach Marino; auch Hatte er viele andere italiänischeund französische Schriften gelesen. In früheren Jahrenwar Opitz sein Muster, dem er Reinheit der, nur durcheinige Provinzialismen verunstalteten Sprache und fastimmer gleichen Wohllaut des Versbaues verdankte; er ent-fernte sich vom Opitzischen Tone, weil er Ungemeines und