Druckschrift 
2 (1819)
Entstehung
Seite
34
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im Epigramm, worin bisher keine Meisterschaft errungenworden war und auch späterhin erst Ch. Wernicke alsftin Nebenbuhler austrat; denn die Sinn-und Sitten-spräche der besseren Dichter aus der Schlesischen Schulehaben wenigstens von Seiten des Witzes keinen bedeuten-den Werth; und die des französircndcn VielschreibersGeorg Greilinger (Danz. 1645. L.) oder des wort-reichen Georg Martin (Bremen 1654. L.) und ande-rer Versmacher vom zweyten und dritten Range sind ent-lehnt und ermangeln, mit geringen Ausnahmen, allesKunstwerthes. Von der ungeheuer» Menge Sinngedichte,welche Log au verfertigt hat, es sind ihrer 3553, kön-nen viele keine Gnade vor ästhetischen Richterstühlen finden;so dürftig und gemein erscheinen sie, so abhängig von fal-schem und erzwungenem Witze oder von werthloser und geist-armer Spiclercy mit Worten und gesuchten Misverständ-nissen; aber darum kann die seltene Anlage des, gegenseine Einfälle zu nachsichtigen Dichters nicht verkannt wer-den. Er ist erfinderisch; denn wenige Entlehnungen ausMartial, Owen und Apophthegmen ausgenommen, hater Alles aus sich selbst hervorgebracht; viele Sinngedichtezeichnen sich durch treffenden malerischen Ton, andere durchberedte Kürze, andere durch schlagend wirkende Spitze,einige durch schalkhaften Muthwillen, andere durch stren-gen Ernst, wenige durch Zartgefühl und edle Feinheit aus.Die Ergiebigkeit und Biegsamkeit der Sprache ist ihm wohl-bekannt und er verstehet, mit ihrem damals weniger kargund weltklug beschränkten Neichthum zu wuchern. In sei-nen wenigen größeren Gedichten, meist Schilderungen undBetrachtungen, hält sich Loga» im veredelten OpitzischcnLehrtone. Manchen Wechsel des Splbenmaßes hat er nichtohne Erfolg versucht. Zuerst erschienen zweyhunderttent-