Druckschrift 
2 (1819)
Entstehung
Seite
33
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Sonnettc in 6 B. sind, bis auf einige italiänischartige,hie und da weit getriebene Spielerevcu, langer als EinJahrhundert die treflichstcn geblieben, welche Teutschlandheroorgebracht; ewigen fehlet wenig, um auch heute nochals vollendet gelten zu können. Geringeren Werth habendie Epigramme; Olearius war seinem Freunde in die-ser Dichtart, zwar nicht durch Witzspitzen, aber durch edleEinfachheit weit überlegen. Ein festbestimmtcs Unheilüber die Höhe, welche ein im Fortschreiten zur Knustreisebegriffener Dichter, wenn er langer gelebt hätte, erreichthaben wurde, stehet uns nicht zu; aber selbst, was erwirklich gewesen ist, läßt sich nach dem, was wir von sei-nen Dichterwerken besitzen, nicht vollständig würdigen.Ein großer Theil der Flemmuig'schcn Gedichte ist verloren;die vorhandenen sind, ohne strengere Ucberarbeitung undohne Auswahl, wie diese von einem mit seinem Kunst-sinne ausgestatteten und für seinen Ruhm besorgten Schrift-steller zu erwarten gewesen wäre, von dem RevalschenKansmanne Niehusen, mit dessen Tochter der Dichterversprochen war, (Lübeck 1642; Jena 1602; Ste Ausg.,685. L.) zum Drucke befördert worden; und selbst durchsolche nachlässige Einführung in die Oeffentlichkeit hat derNachruhm des herrlich begabten Dichters nicht gefährdetwerden können.

In Flcmming's Nachbarschaft und bey einer Ber-gleichung mit ihm kann kein Zeitgenosse gewinnen; auchFriedrich von Logau sgeb.1604; st. d. 26 Julius,655^ nicht, welcher dem Herzoge von Liegnitz als Canz»leyrath diente und nur in wenigen geschäfifreyen Stundensich der Neigung zur Dichtkunst überlassen durfte; daherauch an fast allen seinen Arbeiten die Spuren der Flüch-tigkeit und Nachlässigkeit leicht zu entdecken sind. Er glän.ct

Wuchler's Vorlesungen 2k Tht, 2