Druckschrift 
2 (1819)
Entstehung
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spruch nahm. Was Glauben an des Volk.s Bestimmungund Recht, was Liebe im Leben und Streben, was freyeSelbsttätigkeit und sittlich frvmmcs Bcwußtftyn zu ver-jüngter Kraft erwecken sollte, erzcugre Knechtschaft undErstarrung des Geistes, wilden Haß, unversöhnliche Er-bitterung, leidenschaftliche Verfolgung, fast nie gesattigteLust an müßigen Wortstreitigkciten und an armseligenGebilden gelehrten Schuldünkcls. Eine feindselige Stim-mung erfüllte und regierte die Vornehmen und sogenann-ten Gebildeten; ihren Eingebungen und Gelüsten wurdeFolge geleistet; der kindlich unschuldige Kraftsinn chsVolkes blieb unbeachtet und mußte bald unter roher Ver-wahrlosung erliegen und in dumpfe Gefühllosigkeit über-gehen. Machthaber mit ihren Rathgebern und Genossenhatten Alleingewalt liebgewonnen; Frepheit war ihnenverdächtig und verhaßt; auf der Grabstätte derselbenbaute theologisircnde Zwingherrschaft ihre Besten. Gewißwerden die Fürsten mit ihren Umgebungen aus den höhe-ren Ständen, die Geistlichen, Staatsbeamten und Ge-lehrten nicht ohne Grund angeklagt, daß von ihnen dasVerderben der Zeit ausgegangen ist, weil sie weder Glan-ben an die Menschheit, noch Achtung für deren höhereBestimmung und unantastbare Rechte hatten; weil dasHeilige alsein, gemeiner Willkühr untergeordnetes Staats-gcschäft behandelt wurde; weil starre Rechthabcrcy, eigen-sinniges Festhalten am selbstgeschaffencn Buchstaben, fröm-melndes Mistraucn und hoffärtige Unduldsamkeit die ge-heimen Kräfte waren, durch welche die gesellschaftlichenVerhältnisse gestaltet wurden.

Die Mehrheit der weltlichen Gewalthaber trieb einernsthaftes Spiel mit neu erworbener, durch günstige Zeit-verhältnisse gesicherter und erweiterter Regierungsmacht