Druckschrift 
1 (1818)
Entstehung
Seite
220
Einzelbild herunterladen
 

220

lung alter lustiger Volkssagen von übermüthigem Weis,heitsdünkcl thörlichcr Städter, mit besonnener Einsichtverfertigt und gewissermaaßen zu einem epischen Ganzenverarbeitet; die ans Weisheit entsprungene Narrheitwird zu vollendeter Reife und Ausbildung gesteigert, ver-streuet sich überall hin und endet allegorisch-tragisch.Auch au vermischten Sammlungen teutscher Märchen,drolliger Geschichten und witziger Einfalle ist Ueberfluß;einesolchc veranstaltete der Baarfüßcr Johann Pauliunter dem TitelSchimpfund Ernst" (Straßb. -Zill. F.;sehr oft gedruckt); des Inhalts war auch Jacob Frey'6Gartcngesellschaft" (Straßb. tSZ?. 3.), derRollwa-gen von Schimpf und Ernst" (Franks, a. M. 167?. F.)und andere Bücher, welche Altes und Neues, Einheimi-sches und Fremdes, was zur Aufheiterung dienen mochte,ohne sehr strenge Auswahl unter einander mischten.Ob der trotzig lügende, sinnreiche prahlhansigcFinken-rittcr" schon jezt gedruckt worden ist, bleibet noch zwei-felhaft; der Stoff, zur Ueberwindung aller Münchhausia-dcn geeignet, dürste wohl in Umlauf gewesen seyn.So läßt sich auch nicht bestimmt angeben, wenn derewige Jude", eine großartige sittlich ernste Dichtung,zuerst für das Volk bearbeitet worden ist; daß die altebcgende an> Ausgange des sechszehnten Jahrhunderts wie-der erneut und unter dem Volke verbreitet war, leidetkeinen Zweifel.

Die größte Erscheinung in der Litteratur der teut-schen Vslksromane ist die Darstellung von des Schwarz-künstlers Faust Abentheuer», Thaten und Höllenfahrt,eine wunderlich daher rauschende Sage, eine schaudcr-bafte Warnung gegen verbotene Künste, gegen Unzufrie-denheit des Menschen mit seinem Schicksale und gegen