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branchcs der Vernunft; wer die Vergangenheit ans ihrenBildern und Zeichen, in ihrer mannigfaltigen ftcyen Ge-staltung zu erforschen, zu verstehen und zn veranschaulichenvermag, wird sich in Betrachtung und Auslegung der Ge-genwart und dessen, was ihm als das eigcnthümlichste un-vcräusscrbarc Menschcnrecht erscheint, keiner eigenmäch-tigen Bevormundung blind und willenlos unterwerfenwollen. Diese Verschmelzung geistigen und sittlichen Stee-dens mußte von entscheidenden Folgen für Gesinnung undBildung des Volkes begleitet seyn; der Kreis der Vorstel-lungen wurde erweitert; Wißbegierde und Untcrsuchungs-gcist erwachten; vieles Herkömmliche in dem bisherigenUebcrliefcrungslcbcn wich zurück. Das Untcrrichtswesennahm eine wesentlich verschiedene Gestalt und Richtung an;welchen Einstuß Philipp Melanchth on lst- -56os>,der allgemeine Lehrer Teutschlands, Ioachi m E a m c-rarius lst. 1676^, Johann Sturm lst. 1689^,Michael Ncander fst. iZg6; u. A. daraufgehabt ha-ben, darf als allgemeiner bekannt vorausgesetzt werden;es bildete sich ein neues Geschlecht; die Kinder- und Kna-bcn-Welt, die tentschcn und lateinischen Schulen, dieKatcchismnslehrc, die tcutsche Bibel, wie das Lesen deralten Classikcr wirkten auf einen großen Theil des tent-schcn Volkes zurück; entbehrte dasselbe manchen Genußund gab nicht wenig Einheimisches und Altbürgerlichcsauf, so wurde es dagegen unvermerkt zu neuen Ansichtenftrtgczogen; zwischen Schule und Leben, sonst feindlichgeschieden und im Gegensätze, trat eine viel bedeutendeWechselwirkung ein; sie verhieß mehr und größeres, alsdie Folgezeit bewahrheitet hat.
An gelehrter Betriebsamkeit stand Teutschland keinemStaate, selbst Italien nicht, nach; die Buchdrucker mach-