Druckschrift 
1 (1818)
Entstehung
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Ungerechtigkeit, sie nach dem Maasstabe heutiger Kunst-fodcruugcn würdigen zu wollen. Sie sind höchst uit-g.'eichcn Gehaltes und bey vielen ist leicht begreiflich,warum sie uns nicht anziehen oder gar ausfallen. Worteströmen diesem Dichter immer zu, unterbrochener das,was wir als Gedanken gelten lassen. Der Versbau hatLeichtigkeit, aber kein Knnstverdienst; die Sylbcn wer-den gezahlt, nicht gemessen, die Zeilen auf einander, oftnachlaßig gereimt. Für die Sprache gewähren sie fastohne Ausnahme beträchtliche Ausbeute; in Ansehung derDarstellung und der Wirkung, welche der Gcsammt-Ein-druck oder einzelne Vorzüge und gelungene Stellen her-vorbringen , werden nur ausgewählte, meist kleinereWerke die spröderen Wünsche unserer gemischten Lesewclteinigermaaßcn befriedigen. Am wenigsten die biblischenReimcreyen; was sicher nicht in der unserem Zeitalteroft vorgeworfenen Vibelschcu seinen Grund hat; auchviele Lieder sind von keinem hervorstechenden Wcrthc ;das herrliche Kirchenlied:Warum betrübst du dich meinHerz" behauptet sich mit Recht in unfern Gesangbüchern;andere dürften wohl verdienen, ausgehoben und inUun-lauf gebracht zu werden. Im Sinnbildlichen mischet sichoft treffender Spott und zarte Empfindung dem würdigenErnste bey und in den sittlichen Beziehungen und Anwen-dungen lieget sinnvolle Bedeutung. In Fabeln, Erzäh-lungen, besonders Schwänkcn wird des Dichtcrö über-legene Stärke am sichtbarsten osscnbar; viele derselbensind der Anlage und Ausführung nach wahre Kunstwerke,voll cigcnthümlichen Lebens und naturgemäßer, in ihrerMannigfaltigkeit und Wahrheit überraschender Züge undBewegungen. Unter den dramatischen Arbeiten, Traucr-und Lust-, namentlich Fastnachts - Spielen treten viele