Druckschrift 
1 (1818)
Entstehung
Seite
171
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geistlichen Oberhofcs mit Augen gesehen, der die Pfaffen-tückcn der Welschen erfahren und sich kanm aus ihrenSchlingen gerettet hatte? der die geistliche Verstocktheit,den bösen Willen der Gelehrten, die vornehme Verach-tung des Volkes unter allen Gestalten gewahr wordenwar? Sollten, nach Luther's eigenen Worten, dievon ihm mit Baumwolle angegriffen werden, welcheTeutschland mit Blut überschwemmen wollten? Auch istthörlich, über den Ausdruck zu rechten, und die unge-schminkte Verständlichkeit und Grobheit oder sogenannteAnstößigkeit desselben verwerflich unschicklich zu finden;so war der Sprachgebrauch seiner Zeit; so galt er anHöfen und im Geschästsleben, auf der Kanzel und in derGerichtsstube, unter Landleuten, Bürgern und Rittern;Allen faßlich und, wer ihn nicht fürchten mußte, genehm.Die Kunst mit schönen Redensarten und zierlichen Wor-ten wehe zu thun, gute Namen meuchlerisch zu dolchen,und«in Aeußerungen des giftigsten Ingrimms nur vonEingcweiheten verstanden zu werden, war selbst in hoch-ftudirten lateinischen Streitschriften eine Seltenheit.

Doch genug zur Abwchrung der, besonders auch inunseren Tagen und zu ihrer Schande wieder häufigergewordenen armseligen Versuche, den Ruhm eines Man-nes zu beflecken und zu verkleinern, welcher die arglistigenVerleumdungen und Anschwärzungen aller Zeiten über-dauert hat und sicher überleben wird. Wir wollen Lu-ther von der Seite seiner öffentlichen Wirksamkeit, na-mentlich als Schriftsteller, aufzufassen suchen, durchwelche er allen Deutschen, ohne Rücksicht auf theologischeMeinung und auf Glaubcnsbckenntniß, Allen , die alsTeutsche ihr Vaterland lieben und ihr Volk achten, imreinsten Sinne Werth und unvergeßlich scyn muß. Er hat