Druckschrift 
1 (1818)
Entstehung
Seite
168
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Mcnschenbcstimmnng und Volksrecht hervorgegangen ; sielehret uns gerecht sevn in Würdigung der Verdienste,weiche sich Luther um die gesammtc teutschc Menschheit,um gesellschaftliche Verhältnisse und um die Litteratur desVaterlandes erworben hat.

In Luther cutstand ein kraftig frcyer und from-mer Sprecher für Gerechtsame des Volkes und für dessenAnsprüche auf Eigcnthümlichkeit und Selbstständigkeit inden heiligsten Angelegenheiten des Gcmnths, im Glaubenund Wollen, im Lieben und Hoffen; er lehrte das Volksich selbst versteh» und nicht außer sich suchen, was esallein in seinem Inneren zu finden vermag; es solltesich achten lernen in seiner höheren Bestimmung, in demRechte, was diese giebt, und in der Kraft, die aussolchem Bewußtscyn erwächst. Das ist es, was seinenschriftstellerischen Arbeiten im Allgemeinen bleibendenWerth giebt für die teutschc Welt; sie sind der wahreSpiegel tcntschcr Kraft und Weisheit; deshalb wurdensie so gern und häufig gelesen; und wohl uns, wennsie auch jczt noch von recht vielen geliebt und beherzigtwerden.

Es würde engherzigen Scctcngcist und znnftmaßigeEinseitigkeit vcrrathcn, wenn Luther'6 geistiger Werthund sittliche Größe und Wirksamkeit allein nach seinerLehre bestimmt werden sollte. So viel Trcflichcs und indem Inneren Bewährtes dieselbe enthält, woran des edlenMclanchthon's Scharfsinn und gelehrte Tüchtigkeitnicht geringen Antheil haben; unbeschadet dem Verdiensteanderer wackerer Mitarbeiter; so unverkennbar trägtdieselbe das Gepräge der Menschlichkeit an sich undmancher Schwachheiten, in welchen diese nicht verleug-net wird. Nur Knechtsfinn, wieLuther ihn bekämpfte