Niger Gemeinnützigkeit für die Welt entfremdet zu werden.Als Gottesgclehrter drang er auf bessere Gestaltung desKirchcnwesens, auf Sittenvcrbcssernng der Geistlichkeit,auf Bibelgebrauch für das Volk; sein Lieblingsschriftstel-ler war Johann Gersou, dessen Werke er gesammeltund (Straßb. >433; Basel >494. Z Fol.) herausgegebenhat. Als Prediger hielt er sich verpflichtet, alles Ernstesan der Sittenreinignng seiner Zuhörer zu arbeiten; ersprach offen über die Gebrechen und Schlechtigkeiten derZeit, berührte die Einzclnheiten des öffentlichen und häus-lichen Lebens, gewann die Aufmerksamkeit durch Erzäh-lungen, freye Darstellungen und kühne Sprüche, drücktesich derb, dem Volke gemeinfaßlich aus, war nicht sprödein Wahl der Bilder und Vergleichungcn, und erlaubtesich einen Ton und Witz, in welchem nur der viel spätereAbraham a S. Clara ihm gleichgestellt werden kann.Aber er wollte das Gute und Rechte und offenbaret überallgesunden Hausverftand und hinreichende Menschenkennt-nis? und Welterfahrung. Es war so recht in seiner Art,daß er über das Narrcnschiff S. Braut's, mit dem erso wie mit Jac. Wimpfeling in freundschaftlicherVertrautheit lebte, 110 Predigten hielt; großen Theilssind dieselben weit malerischer, als die zu Grund geleg-ten Tertcsworte; an mannhafter Kraft stehen sie ihnenwenigstens nicht nach. Die Sprache hat cigcnlhnmlicheFülle und Angemessenheit des Ausdrucks; bey aller Stärkeist sie fließend und wohllautend. Geiler entwarf seinePredigten gewöhnlich lateinisch und hielt sie tcittsch; siewurden nachgeschrieben und verbreitet oder späterhin inseiner Art aus dein Lateinischen übersetzt. Wir habenaußer den äusserst anziehenden Vorträgen über das Rar-
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