Druckschrift 
1 (1818)
Entstehung
Seite
109
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und zu dem Machtgefühle bürgerlicher Frcyheit aufge-blüht waren. Die Städte nahmen, im Süden vermit-telst der Verbindung mit Italien, im Westen durch Rbcin-schissahrt, im Norden durch wohlbenntzte Nähe des Meeres,am Welthandel Antheil; und je lebhafter dieser wurde,desto regsamer, vielseitiger, erfinderischer zeigte sich Ge-werbs- und Knnstthätigkeit; desto reichlicher strömtenihnen Belohnungen dafür zu. Sie gelangten fast zumAlleinbesitze der Geldvorrathe; ihnen wurden die Bequem-lichkeiten, Annehmlichkeiten und Genüsse des Auslandeszugeführt und ihrem Leben eingebürgert. Nicht blos Be-dürfnisse verfeinerter Sinnlichkeit fanden Befriedigung;auch den vervielfachten Fodcruugcn des aufgeregten Gei-stes und geschäftiger Einbildungskrast geschah Genüge-Und wenn bürgerliche Wohlhabenheit, des höheren Lebens-genusses unkundig, in behaglichem Uebcrflusse auf roherePrunklust und gehaltlose Ucppigkeit und Schwelgereyverfiel; so blieb doch bcy der Mehrheit das Gedeihen deredlereu Früchte eines, in Thätigkeit frohen und im Bc-wußtscyn der Frcyheit erstarkten Lebens nicht aus. All-gemeiner ward der Sinn für Freuden der Häuslichkeitund eines gesegneten Stilllebcns; allgemeiner die herz,liche und bis zur Begeisterung gesteigerte Wcrthschatzungeines sicheren, freye Krastbcwcgung fördernden gesell-schaftlichen Vereins. So erzeugte sich gottesfürchtigeDankbarkeit für die Wohlthatcn, welche Verfassung undGcsammtwohl auf den Einzelnen übergehen ließen; sotreue Anhänglichkeit am städtischen Gemeinwesen, sohochherzige Tapferkeit für dessen Erhaltung und Ver-theidigung. Dies war der Kreis, welcher dichterischerund bildender Kunst freundliche Heimath und Pflege gab,als heiterer Gesang, mit absterbender Tüchtigkeit dazu,