Druckschrift 
1 (1818)
Entstehung
Seite
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Vorrathen. Mit Conrad von Würzburg gegenAusgang des dreyzehntcn Jahrhunderts neiget sich dasNittergedicht zu seinem Ende. Unter feinen zahlreichen,besonnen angelegten, gut gereimten, zum Theil gemüth-vollen, oft moralisirenden Erzählungen haben einigeepische Farbe und Richtung ; den Schwanritter haben dieBr. Grimm in den Altteutscheu Wäldern (B. 3.) abdru-cken lassen. Der nach einer welschen Umschreibung desPhrygischen Darcs bearbeitete Trojanische Krieg undArgonautenzug, abgedruckt in Müller's Sammlung(B. 3.) unterscheidet sich, wenn er mit den früheren Wer-ken dieser Gattung verglichen wird, bcy unverkennbarerVorzüglichkeit in Regelmäßigkeit der Sprache und Neime-rey, durch kalte Nüchternheit und Armuth au dichteri-schen Bildern und freyen Gestaltungen.

Für diese Erzeugnisse des vaterländischen Kunstle-bcns in Sprache und Schrift bleibt noch sehr viel zu lei-sten übrig; Erklärungen der Sprache und der Sachen isteben so vernachlässiget, als Vcrgleichung mit den Urschrif-ten, aus welchen sie entnommen, und Würdigung dermehren oder minderen Selbstständigkeit, womit sie bear-beitet sind; selbst an, wo nicht berichtigten, doch lesba-ren Abdrücken ist drückender Mangel. Die mit uneigen-nützigem Eifer von Christoph Heinrich Müller ausZürich lst. den 22. Febr. >807! angelegte und von derUntschen Lesewclt ziemlich freygebig unterstützteSamm-lung teutscher Gedichte" (Berlin 17L4 f. -Bdegr. 4),deren dritten Band I. E. Koch (1796) nicht zu Endegebracht hat, begreift viele schätzbare Denkmäler, undmehre darunter erscheinen hier zum ersteumale; aber dieTertc sind ohne alle kritische Sorgfalt, nach zum Theilefehlerhaften Handschristen, mit den Schreibfehlern der-