Druckschrift 
1 (1818)
Entstehung
Seite
74
Einzelbild herunterladen
 

74

ren Beziehung haben, ist nicht unwahrscheinlich. DieSprache zeichnet sich durch Rcichthum, oft durch ge-lehrte Knnstlichkeit aus. Doceu hat in einemSend-schreiben an A. W. Schlegc l" (Berlin ^Lio. 8.) einuraltes vicrreimigcs Bruchstück des herrlichen Gedich-tes nachgewiesen und daraus gefolgert,> daß nur einejüngere Umbildung in scchsrcimigcn Strophen auf unserZeitalter gekommen sey. Der Parcifal und Titurcl sindin einem sehr alten (wahrscheinlich zu Strasburg beyWentel >477 Fol.) seltenen Abdrucke vorhanden; dercrstcre ist in der unten anzuführenden Müll er'scheuSammlung wiederhohlt worden; möchten A. W. Schle-gel oder Docen oder sonst einer unserer, zu solchemUnternehmen geeigneten Sprach- und Kunstverständigensich durch eine Ausgabe um unsere vaterländische Littcra-tur verdient machen. Den Schluß dieses ritterlichenSagenkreises macht Lohengrin in zehnrcimigen Stro-phen , wahrscheinlich nach einer französischen Urschriftdes Camelain von Cambray. An Lohengriu'sHeimkehr zu dem heiligen Gral schließen sich die geschicht-lichen Sagen von den Sächsischen Kaisern Teutschlands,Heinrich dem Finkler, den drey Ottonen, Heinrich vonBaiern und seiner Kunigunde an. Das Gedicht ist auseiner vaticanischen Handschrift von I. G örres (Heidel-berg 1L1Z. 3) durch den Druck bekannt gemacht worden.Diesem fruchtbaren Dichter kann Gottfried vomStrasburg in Ansehung der reinen Denkart und hoherGeistesbildung an die Seite gestellt werden ; in Wohl-klang der Sprache und des Versbaues ist er ihm überle-gen. Außer mehren glücklich erfundeneu und edel darge-stellten Erzählungen, deren viele handschriftlich in Stras-burg aufbewahrt werden, haben wir ein romantisches