Druckschrift 
1 (1818)
Entstehung
Seite
66
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eine war im Auslände, die andere in der Heimath ent-sprungen; jene scheint von gebildeteren Dichtern früher,als diese, zugänglich und ergiebiger befunden worden zusciin. Sie gehöret zwar dem nördlichen Frankreich an,ist aber, ihren Grundbestandthcilcn nach, deutscher Abkunftund konnte daher, vermittelst eines dunklen Gefühles voninnerer Vcrwandschaft, dem deutschen Kunstsinne mitihrem Reichthume um so behaglicher zusagen. Mit deSNorman» Rollo Niederlassung lgris hob in der Nor-mandie ein wacker rühriges Nitterleben an; Durst nachkühnen Abentheuer» war den Normannen eigenthümlichund ihr reges Selbstgefühl fand Nahrung in den Erinne-rungen an die Großthaten ihrer Altvorderen; mit Stolzblickten sie auf die Vergangenheit zurück und labten sichan den Sagen von ihren Stammhelden, wenn sie ruhtenvon der Waffen-Arbeit. Schon Rollo's NachfolgerWilhelmLang-Schwerd unterhielt ein staatlichesHoflager, an welchem die romanisch-wallonische Spracheherrschte, sich ausbildete, rasch verbreitete und zum Ge-brauche in Schriftwerken erhob; in ihr waren ^>0871Wilhelm's des Eroberers Gesetze für England abgefaßt.Aus dem durch blutige Glaubensverfolgungen und em-pörende Pfaffcnrache zerrütteten Süden mögen sich Ritterund Edle nach dem Norden, dem Sitze gefeierten Waffen-ruhmes und ritterlichen Hochlebens hingezogen, Kunst-erfahrungen mitgebracht und Kunstlicbe angefacht haben;den epischen Geist, dessen sich die Provenze, trotz derNähe Spaniens und seiner Heldenlieder, nie in völligerReife erfreute, fanden sie vor im Leben und Strebe» ; zudiesem kamen das zunehmend engere Verkehr mit England,welches so mannigfache Wechsel erfuhr, so reich an Tha-ten wie an Leiden war, und die Theiluahme an den für