Druckschrift 
1 (1818)
Entstehung
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fertigem Hoftone und neigen sich zu weltlicher Aeusser-Ii reit bin. Fair alles beziehet sich unmittelbar auf dasLeben; auch werden Auftritte aus der Wirklichkeit schmuck-los, in voller Natürlichkeit dargestellt, kleine Gemäldehäuslichen Verkehrs; Strafrcden werden gehalten, Sit-tensprnche eingewebt. Die meisten der auf uns gekomme-nen lyrischen Gedichte scheinen unter dem Volke und baldauch vom Volke gesungen worden zu seyn, zum Theilebcym Tanze, dessen wechselnde Bewegungen sie aus-drücken. Sie wurden im Herzen und Gedächtnißc getra-gen ; erst viel spater aufgeschrieben; daher die häufige Ver-wechselung der Namen ihrer Verfasser, die Einschaltungeinzelner Strophen in fremde Lieder; daher viele Lücken;manche Abweichungen von der ursprünglichen Beschaffen-heit und die Gleichmachung der Mundarten lassen sichleicht ahnden. Eine geregelte Prosodie ist nicht wahrzu-nehmen; vielmehr übten die Dichter in Gestaltung desVersbaues große Willkühr; vieles ging aus den proven-zalischen Dichtwerken in die deutschen über; mchres istdiesen cigenthümlich. Es ward frey geschaltet mit der füg-samen Sprache; sie erfuhr Verlängerungen und Verkür-zungen der Worte; ihre Selbstlaute? mußten sich demWohlklange anbequemen. Der Reim, wenn gleich nichtunentbehrlich erachtet, wie einzelne Gedichte beurkunden,entsprach der fast allgemeinen Neigung zum Klange undvcrsinnlichte tönend das Streben, die Verwandschaftder Gefühle und Bilder hell zu verdeutlichen und gegen-wärtig zu erhalten; er wurde mit den vielfachsten Verän-derungen angewendet; bald begegnen blos männliche,bald blos weibliche Reime, bald wird der weibliche vonzwey männlichen in die Mitte genommen, bald folgendreyfache unmittelbar, bald werden sie in weiterer Ent-