Druckschrift 
1 (1818)
Entstehung
Seite
51
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wurde herausgenommen in die, zum reiferen Selbstbcwnßt-seyn voranfgcschrittcncn höheren Stände der Staatsge-sellschaft und mit fremden Bereichernngcn verschmol-zcn. Die überwiegende Mehrheit derer, welche an dieserKunfrthätigkcit im Schaffen und Genießen Theil nahmen,waren anfangs aus dem Herrenstande; ihnen schloffen sichgebildetere freye Männer an, welche in der Großen Nähe,zum Thcilc unter ihrem Schutze und Einflüsse lebten; unddie Zahl derselben vermehrte sich seit dem Zeitalter desKaisers RndolfI so beträchtlich, daß sie von da an dieMehrheit ausmachten und in die Mitte des Volkes zurückleiteten, was von derselben ausgegangen war. Ii' dasneue dichterische Zeitalter wurde der Unterschied zwischenLiebhabern, Naturfreunden der Kunst und Schriftgclehr-ten hinüber genommen und bildete sich weiterhin immerschärfer aus; jene arbeiteten freudig im lustreichen Gar-ten der Kunst; die Gefühle und Betrachtungen ihres Ge-müths ergossen sich in Bildern, welche ihnen nahe waren,und in leichtem Ausdruck, dem es nie an warmer Herzlich-keit gebrach; der Versbau zeugte oft von der liebevollerenund beharrlichsten Anstrengung. Die Schriftgelehrten(welche jedoch bey mannigfaltigerKenntniß und selbst ge-lehrter Bildung, oft der Feder nicht mächtig waren, son-dern sich, wie Wolfram von Eschenbach, der Hülfeeines Schreibers bedienen mußren) forschten in den Kunst-werken des Auslandes, um deren Fülle und Sehönheir inhcimathlicher Darstellung einzubürgern und für ritterlich-geistreiche Unterhaltung der Burgherren, ihrer Frauen,ihrer Waffenfreunde zu sorgen; auch hatten sie zum Theilcgroße Fertigkeit im Reimen ans dem Stegreife und üb-ten sie in dichterischen Wettstreiten; viele zogen von einemkunstholden Ritterfitze zum anderen und waren, so lauge

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